Smart zieht Mercedes in den roten Bereich

12. März 2006, 20:10
8 Postings

Gewinnrückgang bei DaimlerChrysler, Verlust bei Mercedes - Deutsch-­amerikanischer Konzern kündigt bis 2008 mehr als 50 neue Fahrzeugmodelle an

Sindelfingen - Beim deutsch-amerikanischen Autokonzern DaimlerChrysler ist 2005 der operative Gewinn um elf Prozent auf 5,2 Milliarden Euro gesunken. Wie der Stuttgarter Autobauer am Donnerstag bei seiner Bilanz-Pressekonferenz mitteilte, schrieb die Mercedes Car Group vor allem wegen der milliardenteuren Sanierung der angeschlagenen Kleinwagenmarke smart rote Zahlen. Der Verlust betrug 505 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2004.

Für 2006 geht der Autokonzern von einer Verbesserung der Ertragslage aus. Der neue Konzernchef Dieter Zetsche kündigte darüber hinaus einen deutlichen Ausbau der Modellpalette in den nächsten drei Jahren an.

Unveränderte Dividende

Das Konzernergebnis stieg von 2,4 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro. Die Dividende soll unverändert 1,50 Euro je Aktie betragen. Der Umsatz der größten deutschen Konzerns wuchs um fünf Prozent auf 149 Milliarden Euro.

Die anderen Sparten des Konzerns steigerten den Gewinn teilweise kräftig. Die Nutzfahrzeugsparte legte um 700 Millionen Euro auf rund zwei Milliarden Euro Gewinn zu. Das einstige Sorgenkind Chrysler konnte den operativen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro auf 1,5 Milliarden Euro steigern. Das Geschäft mit den Finanzdienstleistungen erwies sich mit 1,4 Milliarden Euro operativem Gewinn (Vorjahr 1,2 Mrd. Euro) erneut als sehr profitabel.

Ohne die smart-Sanierung wäre der Operating Profit höher als im Vorjahr (5,8 Mrd. Euro) ausgefallen, so dass die Prognose erfüllt worden sei, betonte DaimlerChrysler.

Neue Modelle

Bis 2008 seien mehr als 50 neue Fahrzeugmodelle geplant, kündigte Zetsche an. Damit und mit dem angekündigten Programm zur Effizienzsteigerung will Zetsche die Ertragswende bei der renditeschwachen Mercedes-Pkw-Gruppe vorantreiben.

Konkurrent Audi hatte angekündigt, seine Modellpalette bis 2015 auf 40 Fahrzeuge von derzeit 22 ausbauen zu wollen. Der Münchener Autobauer BMW plant für die kommenden Jahre ebenfalls einen Ausbau seiner Modellvielfalt.

Bei DaimlerChrysler sollen die Pkw-Töchter Mercedes-Benz und Chrysler enger verzahnt und Doppelarbeit vermieden werden, sagte Zetsche. Der finanzielle Aufwand für dieses Programm und die Zuordnung zu den Jahren bis 2008 soll in den kommenden Monaten ermittelt werden. Deshalb verzichte DaimlerChrysler zunächst auf eine konkrete Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr, wolle diese aber später nachholen. (APA/dpa/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der operative Gewinn des Konzerns verringerte sich von 5,8 Milliarden Euro auf 5,2 Milliarden Euro.

Share if you care.