Die Invasion der Aga-Kröten

19. Juni 2006, 17:17
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Ein Albtraum a la Darwin: Aggressive Amphibien als lebender Beweis für die Evolutionstheorie

London - Sie kamen einst als Insektenjäger nach Queensland und sind inzwischen selbst eine wahre Landplage: Die dicken, giftigen Aga-Kröten sind für australische Frosch-Forscher ein lebender Beweis für die Evolutionstheorie des britischen Naturforschers Charles Darwin. Wie die Experten der Universität Sydney im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten, entwickelten die aus Venezuela geholten Kröten in den 70 Jahren seit ihrer Ansiedlung längere Hinterbeine.

Großer Appetit und gut geschützt

So können sie nunmehr an einem einzigen Tag rekordverdächtige 1,8 Kilometer weit hopsen. Mit gesegnetem Appetit ausgestattet und durch giftigen Schleim vor Fressfeinden geschützt, walzen sie weniger robuste einheimische Tiere buchstäblich nieder.

Für ihre Untersuchungen bauten die Fachleute eine Beobachtungsstation dort auf, wo sie die Front der Kröten-Invasion festmachten - etwa 60 Kilometer östlich der Stadt australischen Darwin. Dort fingen sie zehn Monate lang die bis zu zwei Kilogramm schweren Froschlurche mit wissenschaftlichem Namen Bufo marinus.

Längere Beine entwickelt

Einige der allesfressenden Amphibien wurden mit Peilsendern ausgestattet und wieder in die Freiheit entlassen. Alle zuerst eintreffenden Aga-Kröten hatten längere Hinterbeine als die nachfolgenden - ein klar erkennbarer evolutionärer Vorteil gegenüber den Artgenossen.

Die Studie erklärt auch, warum sich die Aga-Kröten in ihren ersten Jahren in Queensland nur um etwa zehn Kilometer jährlich ausbreiteten, dieses Tempo inzwischen aber verfünffachten und nunmehr ein riesiges Gebiet von mehr als einer Million Quadratkilometern dominieren.

Verfasser Richard Shine notierte zu der durch die Tiere verursachten ökologischen Katastrophe, die wegen ihres englischen Namens auch als Zuckerrohr-Kröten bekannten Tiere seien ein schlagendes Beispiel dafür, dass so genannte invasive Arten so rasch wie möglich bekämpft werden müssten - "bevor der Eindringling Zeit hatte, sich zu einem gefährlicheren Feind zu entwickeln". (APA)

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    Die giftige Aga-Kröte gehört wohl zu den unbeliebtesten Einwanderern in Australien. Ihr Massenauftreten droht zur ökologischen Katastrophe zu werden.

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