Armes Baby - Werbungen mit Kindern oder Hunden

13. März 2006, 15:47
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Immerhin finden selbst üble Misanthropen flauschige Wauwaus oder Kleinkinder in Knuddelerwartungs- haltung niedlich

Werbungen mit Kindern oder Hunden funktionieren stark über emotionelle Wahrnehmung ihrer Betrachter. Immerhin finden selbst üble Misanthropen flauschige Wauwaus mit tapsigen Gummigelenken, kleine Erdlinge beim ersten eigenständig erledigten Stuhlgang (samt selbst in Betrieb genommenen Duftspray danach) oder Kleinkinder in Knuddelerwartungshaltung irgendwie niedlich.

Auch kleine feiste Sommersprossenmonster, die große rosa Kaugummiblasen machen und so zickige Blondlöckchen ausstechen, fallen in diese Kategorie.

Werbung kann bei der Einbeziehung von Kids allerdings auch danebengreifen. Man erinnere sich nur an die gleichermaßen schlecht wie geschmacklos am Computer animierten Windelkinder, die Arm im Arm Cancan tanzen und dabei gegen jede Natur ihre krummen Beinchen in die Luft warfen: eine Freakshow, eigentlich.

Apropos: Selbst Politiker von wieder zu Kleinstparteien geschrumpften "Gesinnungsgemeinschaften" warben einst mit Vorder-und Rückansichten von Kleinkindern.

Aktuell buhlt ein Automobilhersteller mit einer ganzen Konferenz von Kindern, bei der der Vorsitzende die Annehmlichkeiten und Vorzüge des Transportvehikels preist, um Konsumentenzuspruch. Allein - ob eben dieser brabbelnde "Vorsitzende" tatsächlich der Sympathieträger ist, als der er gehandelt wird, sei bezweifelt. Immerhin gleichen die Gesichtszüge des Kleinen frappant jenen eines eher nicht sooo beliebten Erdenbürgers.

Kennt jemand Babyfotos von George W. Bush? (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 16.2.2006)

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