
Schwierige Namenssuche für Gugging: Ludwig Wittgenstein (oben im Bild) kommt nicht mehr infrage, vielleicht aber Karl Popper, Erwin Schrödinger, Sigmund Freud oder Max Ferdinand Perutz (v. l.).
vergrößern 645x271Elite-Uni-Gesetzesentwurf vom 1. Februar 2006: Gehrer behauptete dennoch, der Name "Wittgenstein" sei noch nicht fix.
Der öffentliche Protest war wohl zu groß: Bereits am Montag hatten sich Nachfahren Ludwig Wittgensteins zu Wort gemeldet, die die "kalte Namensenteignung" ihres berühmten Vorfahren beklagten. Weder habe man sie kontaktiert noch wolle man den Namen für ein parteipolitisches Projekt hergeben.
Das Ministerium beteuerte zwar stets, dass die Namensfindung noch im Gang sei, in dem Gesetzesentwurf, der dem Standard vorliegt, war aber bereits ganz selbstverständlich vom "Wittgenstein Institute of Technology" samt Kürzel "WIT" die Rede – offenbar in kühner Anlehnung an das berühmte "Massachusetts Institute of Technology", weltweit als "MIT" bekannt.
Nun will man im Ministerium eine Kommission einrichten, die sich auf die Suche nach einem neuen Namenspatron für das immer stärker kritisierte Elite-Projekt macht. Diesmal soll "bei der Auswahl des Namens den Wissenschaftern und Wissenschafterinnen in keiner Weise vorgegriffen werden", hieß am Mittwoch etwas kleinlaut aus Gehrers Ministerium. Auch die korrekte Ortsangabe "Gugging" wird vermieden. Im offiziellen Ministeriums-Sprech ist jetzt vom "Exzellenzinstitut in Klosterneuburg" die Rede.
Für die beteiligten Experten war der Philosoph Ludwig Wittgenstein von vornherein nicht der Patrons-Favorit gewesen. Sie hatten eher für einen Ahnherren aus den Naturwissenschaften plädiert, der die inhaltliche Ausrichtung der Elite-Uni besser repräsentiert. Vorgeschlagen wurden etwa der Chemiker und Nobelpreisträger Max Ferdinand Perutz, der Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger oder Ludwig Boltzmann, ebenfalls Physiker. Letzterer "gehört" allerdings schon der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, einst das – nach parteipolitischer Logik – rote Vorzeige-Institut, mittlerweile fest in schwarzer Hand.
Im Internet hätte das "WIT" ohnehin keinen Platz gefunden: Die logischen Domains wie "wit.at", "wit.com" oder "wit.org" sind alle vergeben. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2006)
Sieht man mal davon ab, daß ich statt gehrer, Gugging vorgeschlagen hätte, also
International Gugging Institute of Technology (s.u)
sind wir schon drei, die IGIT favoriesieren. Dann steht der Name ja schon so gut wie fest :-)
Müssen nur noch schnell mal die Gehrer informieren, daß sie sich keine Sorgen mehr zu machen braucht wegen dem Namen. Wir haben was viel besseres als WIT gefunden...
www.jku.at, die Homepage der UNI Linz...
wittgenstein war ein geisteswissenschafter... die "elite uni" wird sich hingegen hauptsächlich mit wirtschaftlichen belangen beschäftigen.
während die geisteswissenschaftliche fakultät versauert, aber was solls, die regierung kann sich ja mit zeigefinger auf die selbstverwaltung der uni's die hände rein waschen.
International Gugging Institute of Technology (IGIT)
Strick&Häkel Institute of Technology (S.H.I.T)
Prölls Institute for Scientific Studies (P.I.S.S)
Niederösterreichs Anstalt für Naturwissenschaftliche Untersuchungen (NANU)
Der Rest meiner Vorschläge wurde scheinbar zensuriert, zumindest sind sie seit knapp einer Stunde noch nicht aufgetaucht. Ist komisch, denn ich habs schon an anderer Stelle mal gepostet. Auch wurscht.
Freude schöne Zensur
Dieser trockene Witz kommt mir bekannt vor. Könnte es sein dass wir schon einmal gemeinsam am Siebenbrunnenplatz gesessen sind?
Derjenige, den ich meine, heisst Johannes S.
Und macht gelegentlich solche bösen Witze.
Aber selbst wenn nicht - ganz phantastisch!!! Ich habe mich köstlich amüsiert :-)
Herzliche Grüsse aus Salzburg
... das man alles so derartig patschert angeht dass nur Blödzinn rauskommen kann. Etwas ordentlich plannen, sachlich diskutieren und beschließen, dann auch durchziehen, und auch dann geschlossen hinter diesen Entscheidungen stehen (auch wenn man persönlich nicht der Meinung ist) gehört sicher nicht zu den stärken der Österreicher. Da sind die z.b. die deutschen schon ein ganz anderes volk. auch wenn die sonst viele bereiche haben die mir persönlich gar nicht gefallen, aber projekte durchführen, dass können sie ganz sicher besser wie wir.
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