Pfandsystem stößt auf Kritik

2. März 2006, 16:37
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Ab Mai wollen die Brauereien 30 Euro pro Edelstahlfass einheben, um steigenden Schwund einzudämmen - sehr zum Ärger der Gastronomie

Wien - Ablehnend reagiert die heimische Gastronomie auf die geplante Einführung eines generellen Pfandsystems bei Fassbier. Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) reagiert damit auf eine Ankündigung der Brauereien, künftig 30 Euro pro Edelstahlfass als Pfand einzuheben, um "den Schwund einzudämmen". Die Fässer würden in der Gastronomie zum Teil zweckentfremdet.

Der Fachverband erinnerte daraufhin daran, dass er sich auch in Gesprächen mit dem Brauereiverband kritisch zur Einführung eines solchen Pfandsystems geäußert habe, weil dadurch die Abwicklung wesentlich erschwert werde.

Vorwurf der Zweckentfremdung

"Konsequenz eines Fasspfandes wird sein, dass die Gastronomie eine striktere Vorgangsweise bei der Anlieferung einfordern wird, damit eine effiziente Kontrolle der Pfandberechnung möglich ist", so Fachverbandsobmann Helmut Hinterleitner. Eine völlig flexible Anlieferung - wie dies derzeit in der Praxis oft der Fall sei - werde es in Zukunft dann nicht mehr geben.

Der Vorwurf einer Zweckentfremdung im großen Ausmaß sei sicher unzutreffend, so die WKÖ. Eine bestimmungswidrige Verwendung von Fässern in großem Stil habe es in der Gastronomie noch nie gegeben. Ein Geldpfand sei letztlich ein Vorauskredit, den der Gastwirt der Brauerei gewähren müsse. "Die Brauereien wollen damit im Endeffekt Kosten auf ihre Partner abwälzen", mutmaßte Hinterleitner. (APA)

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    Die Gastronomie kritisiert neues Pfand bei Fassbier.

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