SexarbeiterInnen gegen Grand Theft Auto

12. Mai 2006, 15:48
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Interessenvertretung äußert Sorge vor realer Gewalt gegen Prostituierte

Grand Theft Auto ist die Cash-Cow des US-Publishers Rockstar Games - der WebStandard berichtete; dies ist die eine Seite der Medaille, die andere ist ein großer Ärger rund um Gewalt- und Sex-Szenen im Spiel. Nach Klagen, Altersbeschränkungen und dem Stopp von "fehlerhaften" Versionen - man denke an "Hot Coffe" - droht nun wieder Ärger. Diesmal meldet sich der US-Interessensverband der SexarbeiterInnen zu Wort. Die Vertreterinnen des Sex Workers Outreach Project (SWOP USA) äußerten ihre Sorge vor den Auswirkungen der virtuellen Gewalt im Spiel auf das reale Leben der SexarbeiterInnen.

Elternvereine und Politiker

Nach zahlreichen Aktionen von Anwälten, Elternvereinen und Politikern hat sich nun auch die US-Vereinigung zum Schutz der Rechte von Prostituierten gegen das Spiel "Grand Theft Auto: San Andreas" ausgesprochen. Im Gegensatz zu den MitstreiterInnen, die sonst wohl eher selten auf ihrer Seite stehen, fordert das SWOP keine Zensur, sondern eine intensive Aufklärungskampagne, die über die möglichen Gefahren für Kinder informiert, die extrem gewalttätige Videospiele mit sich bringen. "Im Interesse der Verbesserung der Bürgerrechte auf ein sicheres Leben müsse man sich jedoch gegen jedes Werk stellen, das Prostituierte als legitime Opfer von Gewalttaten, Vergewaltigung und Mord zeige", heißt es auf der Webseite.

Boykottaufruf

Das SWOP rief zu einem Boykott von GTA: San Andreas auf, da das Spiel SpielerInnen zu derartigen Taten ermutigen und dafür auch noch belohnen würde. Dies würde in weiterer Folge die SpielerInnen zu Nachahmungen im realen Leben verleiten, so die Prostituierten-Vereinigung, die auch einige Studien zur Stärkung ihrer Argumente vorlegt.

Virtuelle Realität

SpielerInnen können in der GTA-Serie gegen Bezahlung die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen. Allerdings werden hier keinerlei Details oder Handlungen gezeigt. Vergewaltigungen und Missbrauch sind in GTA nicht möglich - wohl aber gewalttätige Übergriffe (bis hin zur Ermordung) auf alle im Spiel vorhandenen Charaktere. GTA: San Andreas ist nun schon einige Zeit im Handel erhältlich; die Kritik nahm mit den Jahren allerdings eher zu denn ab. GTA gehört aufgrund der Gewaltszenen definitiv nicht in die Hände von Kindern - reife Menschen sollten aber durchaus zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Die Diskussionen über Gewalt in Computerspielen und die möglichen Auswirkungen auf die menschliche Psyche sollten dennoch weitergeführt werden. Die beste Möglichkeit statt Aufregen ist immer noch den Titel nicht zu kaufen. (grex)

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