Privatisierung der Cargo Slovakia hängt in der Luft

27. März 2006, 15:50
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Dzurinda hält Entscheidung wegen Regierungskrise und vorgezogener Parlamentswahlen nur gemeinsam mit Opposition für möglich

Pressburg/Wien - Allem Anschein nach dürfte die Privatisierung der Cargo Slovakia an die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria und die slowakischen Investmentfirma J&T nicht über die Bühne geben. Premier Mikulas Dzurinda erklärte, die endgültige Entscheidung sei wegen der Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen nur durch Absprache mit der Opposition möglich. Die oppositionellen Parteien sind aber dagegen.

Vladimir Meciar, der Vorsitzende der oppositionellen Bewegung für Demokratische Slowakei (HZDS) erklärte, die Privatisierung der Cargo würde einem Selbstmord der Regierung gleichkommen. Robert Fico, der Chef der oppositionellen Smer (Richtung) lehnte jede Gespräche über die Fortsetzung des Privatisierungsprozesses ab.

Befürwortet wird die Privatisierung vom Management des Unternehmens. Pavol Kuzma, Generaldirektor der Cargo Slovakia, erklärte gegenüber der Tageszeitung "Sme" (Mittwochausgabe), die Cargo brauche Investoren, sonst werde sie ihre Position im Güterverkehr verlieren. "Wir haben seit 1999 keinen neuen Eisenbahnwagon und seit 15 Jahren keine neue Lokomotive gekauft", sagte er.

Alles offen

Kuzma machte auch darauf aufmerksam, dass die Konkurrenten von Cargo Slovakia durch die Teilnahme am Privatisierungsprozess die Möglichkeit bekommen hätten, sich im Detail mit dem Zustand der Firma vertraut zu machen. "Das wird unsere Position erschweren, weil es ab 2007 zur vollen Liberalisierung des Güterverkehrs komt", betonte Kuzma. Cargo Slovakia hält derzeit ungefähr 20 Prozent Anteil am slowakischen Güterverkehr.

Die Privatisierungskommmission des Verkehrsministeriums hat empfohlen Cargo Slovakia an die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria und J&T zu verkaufen. Minister Pavol Prokopovic erklärte, alles hänge derzeit von der politischen Entscheidung ab. (APA)

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    Die Privatisierungskommmission des Verkehrsministeriums hat empfohlen Cargo Slovakia an die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria und J&T zu verkaufen. Minister Pavol Prokopovic erklärte, alles hänge derzeit von der politischen Entscheidung ab.

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