Kirchlicher Segen für die Wiener Städtische

29. März 2006, 14:47
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Die Versicherung und die katholische Kirche arbeiten bei fondsgebundenen Lebensversicherungen, hinter denen rein ethische Investments stehen, zusammen

Wien - Die Wiener Städtische hat ihre Palette der fondsgebundenen Lebensversicherung um den United Funds of Success Ethik erweitert. Der Ethik-Fonds Superior 3 wird von der Kirchenbank Schelhammer & Schattera gemanagt; investiert wird dort nach strengen ethischen Kriterien, primär nach den Werten der katholischen Kirche. Der Fonds ist seit über zehn Jahren am Markt und hat eine jährliche Wertentwicklung von sieben Prozent.

In seiner Funktion als Aufsichtsratschef von Wiens ältestem Bankhaus sagte Abt-Präses Gregor Henckel-Donnersmarck: "Ausgeschlossen wird, was im Widerspruch zu Nachhaltigkeit und Ethik steht etwa Atomenergie, Rüstung, Kinderarbeit, Pornografie. Tabu sind auch Alkohol, Geldwäsche und Nikotin. Von letzterem kommt Schelhammer&Schattera-Chef, Helmut Jonas, offenbar nicht los - er inhalierte nach der Pressekonferenz genüsslich eine Marlboro. Abgelehnt werden auch Firmen, die "gefährliche Chemie wie die Pille" erzeugen.

Dass Henckel-Donnersmarck als Stiftsherr selbst Wein anbaut, sei kein Widerspruch, weil "das Stift keine Aktiengesellschaft ist". Außerdem gelte das Prinzip des verantwortungsvollen Umgangs. Schließlich sei auch nicht jeder, der im Casino spiele ein Süchtiger. Dass Schelhammer & Schattera selber mit fünf Prozent an der Casinos Austria beteiligt ist, hänge ausschließlich mit den von ihr in den Casinos betriebenen Wechselstuben zusammen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2006)

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