Deutschland hat "keine Einwände"

6. März 2006, 11:11
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Wissenschaftsrats-Chef Mittelstraß: "Rückkehr zur alten Praxis"

Wien - "Keine Einwände" hat Deutschland gegen den von Österreich neugeregelten Uni-Zugang im Bereich Medizin. Vertreter des deutschen Bundesbildungsministeriums seien an der Ausarbeitung im Rahmen der internationalen Arbeitsgruppe beteiligt gewesen, sagte Florian Frank, Sprecher des von Annette Schavan geleiteten Ministeriums, am Dienstag auf Anfrage der APA. Er bezeichnete die neue Regelung als "Lösung in einer sehr schwierigen Situation."

"Rückkehr zur alten Praxis"

Dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Jürgen Mittelstraß, ist die Neuregelung des Uni-Zugangs "recht, wenn sie wirklich EU-konform ist". Die Frage sei aber, "warum es dann überhaupt das EuGH-Urteil gegeben hat, denn das ist ja eigentlich eine Rückkehr zur alten Praxis", so Mittelstraß gegenüber der Wochenzeitung "Die Furche".

Gleichzeitig plädierte Mittelstraß für "ein allgemeines Verfahren für den Universitätszugang, in dem die Fragen der Eignung, der Begabung und der Leistungsbereitschaft die wesentliche Rolle spielen". Dieses müsse auch den Charakter einer Studienberatung haben.

Die beiden Medizin-Aufnahmeverfahren in Wien und Innsbruck (Schweizer Eignungstest für das Medizin-Studium) bzw. Graz (Eignungsprüfung nach einem Semester "virtuellem Studium") hält Mittelstraß beide nicht für der Weisheit letzter Schluss: "Ein IQ-Test - und dieser Schweizer Test ist ja sehr ähnlich - sagt ja gar nichts über die tatsächliche Eignung zum Medizin-Studium und zu einem Heilberuf aus. Und ein virtuelles Studium ist für mich überhaupt kein Studium." Für beispielhaft hält er dagegen das Modell der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW), das aus einem Bewerbungsschreiben, einem schriftlichen Test sowie einem mündlichen Gespräch besteht. (APA)

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