Wie schaut der typische Stalker aus?

29. März 2006, 12:36
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Zu 80 Prozent männlich und oft der Ex-Partner der belästigten Frau - Zwei Studien mit ähnlichen Ergebnissen

Wien - Die aktuellsten Zahlen zum Problem "Stalking" liefert eine Studie von der Technischen Universität Darmstadt. Die Befragung wurde mit Unterstützung der Opferschutzorganisation Weißer Ring Deutschland erstellt und ist nun Anfang 2006 auch in Buchform erschienen. Demnach ist der Stalker zu 81 Prozent männlich und die Belästigungen dauern im Durchschnitt mehr als zwei Jahre (28 Monate) an. Laut einer Befragung von 1.000 Wienerinnen im Jahr 2003 durch das Meinungsforschungsinstituts IFES wurde rund ein Viertel der Frauen von unerwünschten Telefonanrufen über einen längeren Zeitraum belästigt.

IFES-Studie

Im Vergleich dazu waren laut der IFES-Studie nur sechs Prozent mit einem ständigen Auflauern vor der Wohnung bzw. dem Arbeitsplatz konfrontiert. Sieben Prozent hatten Probleme mit Drohungen oder Einschüchterungen sowie mit der Beschädigung von persönlichem Eigentum. Der Stalker ist zumeist kein Fremder für die Frauen: Einem Drittel war die belästigende Person bekannt. Davon war es in 37 Prozent der Fälle der Ex-Partner, bei 23 Prozent ein flüchtiger Bekannter, bei 18 Prozent der Mann von nebenan, sieben Prozent plagten sich mit einem Arbeitskollegen.

Bei 44 Prozent der Betroffenen hatten diese Belästigungen Auswirkungen auf ihr Leben: 70 Prozent dieser Gruppe gaben an, dass der Psychoterror schließlich zu psychischen Beschwerden führte. 35 Prozent fühlten sich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Für elf Prozent folgten Probleme in der Familie, bei acht Prozent am Arbeitsplatz.

Ein Drittel der Frauen hat gegen die Belästigungen nichts unternommen. Ein Viertel schritt zwar zur Polizei, der Hälfte konnte dort allerdings nicht geholfen werden. Ein weiteres Viertel suchte die Aussprache mit dem Täter, jeweils fünf Prozent haben ihre Telefonnummer geändert.

Deutsche Studie

Ein ähnliches Bild bietet die deutsche Studie: Deutlich mehr als ein Drittel der Betroffenen wandte sich an die Polizei, um eine Anzeige zu erstatten. Das Resultat dieser Vorgangsweise ist auch in Deutschland recht ernüchternd: Die Opfer gaben in 69 Prozent der Fälle an, dass sie Schwierigkeiten hatten, der Exekutive den Ernst ihrer Situation zu vermitteln. Die Beamte reagierten entweder hilflos, bagatellisierten das Problem oder taten es als Privatsache ab.

Auch bei dieser Befragung stellte sich heraus, dass der Stalker kein Unbekannter ist: In nur neun Prozent der Fälle handelte es sich tatsächlich um einen Fremden, bei der Hälfte (49 Prozent) ließ der Ex-Partner nicht locker. Körperliche Gewalt ist in dem Zusammenhang auch keine Seltenheit: 39 Prozent der Betroffenen gaben an, mit körperlichen Angriffen des Stalkers konfrontiert gewesen zu sein. Jedes fünfte befragte Opfer berichtete über Faustschläge oder über Angriffe mit Waffen.

Die Opfer sind dann von Schlafstörungen und Albträumen (zwei Drittel) geplagt, ebenso von Angst bis hin zu panikartigen Zuständen (92 Prozent). Und Stalking ist oft auch ein Grund für den Ausfall am Arbeitsplatz: Nahezu jedes vierte Opfer (23 Prozent) war deswegen krankgeschrieben - die Fehlzeit betrug im Durchschnitt rund zwei Monate (61 Tage).

Bei der deutschen Studie wurden Fragebögen von 551 Betroffenen von Stalking und von 98 Stalkern ausgewertet. Die meisten der Bögen waren anonym über das Internet ausgefüllt worden. Es wurden zudem telefonische Interviews mit 50 Stalking-Opfern durchgeführt. (APA)

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    Für hartnäckiges Nachstellen und Belästigen vor allem von Frauen wie zum Beispiel durch Verfolgen oder Belästigungen durch ständige SMS würde bei Inkrafttreten des Gesetzes ein Strafrahmen von einem Jahr gelten.
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