Steirisches Duell um VA Tech Hydro

2. März 2006, 13:12
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Auswahl des bevorzugten Bieters in den nächsten Tagen - Österreichische Lösung jetzt schon sicher - Argentinier ausgestiegen

Wien - In Kürze ist das Bieterrennen um die VA Tech Hydro entschieden. Gestern, Montag, um Mitternacht endete die Abgabefrist für endgültige Angebote. Siemens liegen zwei Offerte vor. Nochmals beworben haben sich der börsenotierte Grazer Anlagenbauer Andritz und die österreichische Investoren-Gruppe um die Cross Industries AG von KTM-Chef Stefan Pierer, wurde am Dienstag aus zuverlässiger Quelle bestätigt. In den nächsten Tagen will Siemens den bevorzugten Bieter auswählen.

Impsa gibt auf

Aus dem Poker um die Kraftwerkssparte der VA Tech überraschend ausgestiegen ist hingegen der argentinische Energieanlagenbauer Impsa, der noch bis gestern zum Kreis der drei verbliebenen Bewerber gehörte. Zur Begründung sagte ein Impsa-Vertreter laut Reuters, der Verkaufsprozess sei nicht transparent abgelaufen. Ursprünglich waren die Argentinier an einem Einstieg in Europa höchst interessiert und wollten dafür auch viel Geld springen lassen - angeblich rund 250 Millionen Euro.

Dem Vernehmen nach hat Andritz nur für das Wasserkraft-Geschäft der Hydro geboten, nicht aber für die beiden anderen Bereiche Gas-Kombi-Kraftwerke (Combined Cycle) und Generatoren. Für die wäre ein Technologiepartner notwendig, einen solchen soll Andritz aber nicht haben - und damit auch keine schlüssige Lösung für den Problemstandort Weiz. Ein Konzept für Weiz ist allerdings eine der von Siemens gestellten Bedingungen für die Hydro-Übernahme.

Angebot für gesamte Hydro

Anders als Andritz bietet das Cross-Konsortium, dem der Mittelstandsfinanzierer UIAG, der Baukonzern Porr und der steirische Ex-Landesrat Herbert Paierl angehören, für die ganze Hydro. Bei Siemens hat es bisher geheißen, die Hydro werde im Gesamtpaket verkauft.

Außerdem hat die Cross-Bietergruppe eine Geschäftsvereinbarung mit General Electric (GE) in der Tasche. Die würde Weiz durch fixe Auftragszusagen bis Ende 2008 absichern. Dem größten Hydro-Werk fehlen wichtige Aufträge, seit der langjährige Hauptkunde GE, Erzkonkurrent von Siemens, im Zuge der VA-Tech-Übernahme abgesprungen ist.

Die EU-Wettbewerbshüter haben dem rund eine Milliarde Euro schweren VA-Tech-Deal im Vorjahr nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Hydro verkauft wird. Die Hydro, weltweit tätig, beschäftigt von ihren rund 3.000 Mitarbeitern gut die Hälfte in Österreich - an den Standorten Wien, Weiz und Linz. Im Ausland hat die VA-Tech-Teilsparte Standorte in Europa, Asien und Amerika. Beim Umsatz machte die Hydro 2005 an die 800 Millionen Euro, der operative Gewinn lag nach vorläufigen Zahlen bei rund 21 Millionen. (APA)

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