Österreichs Öl- und Gasförderung auch 2005 rückläufig

3. März 2006, 19:11
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Heimische Reserven reichen bei Öl weiter für elf, bei Gas für 13 Jahre - Weltölreserven für zumindest 50 Jahre, Gas für 65 Jahre

Wien - Sowohl die Ölproduktion als auch die Gasförderung in Österreich waren 2005 - wie schon im Jahr davor - rückläufig. Bei Erdöl gab es einen Produktionsabfall um 4,9 Prozent auf 933.040 Tonnen. Die Naturgasförderung sank im Jahresvergleich um 17,7 Prozent auf insgesamt 1,654 Milliarden Normalkubikmeter ab. Das geht aus der am Dienstag von der Geologischen Bundesanstalt (GBA) vorgelegten offiziellen Erdöl- und Erdgas-Statistik 2005 hervor.

Von der heimischen Ölproduktion - inklusive Natural Gas Liquids (NGL) - entfielen im abgelaufenen Jahr 91,9 Prozent auf den OMV-Konzern, der mit 857.394 Tonnen ein um 5,2 Prozent niedrigeres Fördervolumen hatte. Bei der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), deren Förderanteil 8,1 Prozent betrug, fiel das Volumen um 1,5 Prozent auf 75.646 Tonnen.

Die Gasförderung der OMV sank im Vorjahr um 3,9 Prozent auf 1,198 Milliarden Normalkubikmeter, der heimische Energie-Riese bestritt damit 72,4 Prozent des in Österreich geförderten Volumens. Mit 456,3 Millionen Normalkubikmeter um 40,3 Prozent deutlich geringer fiel die Förderleistung der RAG aus.

Produktionsrücknahme in RAG-Lagerstätte

Grund dafür war eine Produktionsrücknahme in der RAG-Lagerstätte Haidach. In Haidach, gelegen an der Grenze Oberösterreich/Salzburg, wird zurzeit die zweitgrößte Gas-Speicheranlage Mitteleuropas errichtet. Ihr Fassungsvermögen soll 2,4 Milliarden Kubikmeter - etwa ein Drittel des gesamtösterreichischen Jahresverbrauchs - betragen. Die Inbetriebnahme des Gasspeichers ist für 2007 geplant, die Anbindung an das internationale Netz erfolgt über den Gasknotenpunkt im bayerischen Burghausen.

Öl- und Gasfunde

Die Bilanz bei Bohrungen ergab im Vorjahr zwei Ölfunde, einen Gasfund und drei Erfolge auf Öl und Gas für die OMV sowie vier Ölfunde und drei Gasfunde für die RAG. 2005 wurde mit 64.977 Bohrmetern aus insgesamt 31 Bohrungen um 33 Prozent mehr als im Jahr 2004 gebohrt. Die RAG verdoppelte dabei ihre Bohrleistung wiederum und zwar auf 35.649 Meter.

Die Erdöl-Reserven (samt NGL) in Österreich liegen weiterhin bei etwa elf bis zwölf Jahresförderungen. Diese Menge ist wegen laufender Neufunde und Neubewertungen der vorhandenen Vorräte seit 1995 relativ konstant. Hier spielt auch die kontinuierlich sinkende Förderung eine Rolle.

Bei Naturgas ist der Vorratspolster wegen der niedrigen Förderungen 2004 und 2005 von im Vorjahr knapp zwölf auf derzeit etwa 13 Jahresförderungen angestiegen.

Anstieg der Weltölförderung

Weltweit wurden im vergangenen Jahr täglich rund 71,8 Millionen Fass (je 159 Liter) Erdöl (inklusive Kondensate) gefördert. Die Weltölförderung wurde damit abermals um 0,8 Prozent oder rund 550.000 Fass pro Tag ausgeweitet.

Während die OPEC-Länder ihr Tagesvolumen um 2,1 Prozent auf 29,3 Millionen Barrel steigerten, hielten die Nicht-OPEC-Staaten (wie etwa Russland) ihre Ölförderung mit 42,5 Millionen Fass stabil. Die OPEC-Produzenten haben ihren Anteil an der Welt-Ölförderung damit von 40,6 auf 40,9 Prozent angehoben.

Weitreichende Ressourcen

Auch die weltweite Naturgasförderung dürfte 2005 wieder gestiegen. Gesicherte Werte liegen zurzeit allerdings noch nicht vor.

Weltweit sicher und wahrscheinlich sind derzeit Ölvorräte für zumindest 50 Jahre (ohne Ölsande, Ölschiefer und Schweröle), die Gasvorräte reichen schätzungsweise für an die 65 Jahre. Die geschätzten zusätzlichen Ressourcen gehen noch weit darüber hinaus. (APA)

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    Die Gasförderung der OMV sank im Vorjahr um 3,9 Prozent - der heimische Energie-Riese bestritt damit 72,4 Prozent des in Österreich geförderten Volumens.

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