Österreichs Wirtschaft gewinnt an Fahrt

3. März 2006, 11:29
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Wachstum von 0,7 Prozent im vierten Quartal 2005 - Von einer nachhaltigen Erholung will das Wifo aber nicht sprechen

Wien - Im vierten Quartal 2005 beschleunigte sich das heimische Wirtschaftswachstum auf 0,7 Prozent, nachdem es im 2. und 3. Quartal 2005 saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um je 0,5 Prozent gewachsen war. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) war damit um 2,1 Prozent höher als im 4. Quartal 2004, geht aus der heute veröffentlichten "Schnellschätzung" des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor.

Zunahme der Dynamik

Impulse kamen vor allem aus der Sachgütererzeugung sowie aus dem Bereich Vermögens- und Unternehmensdienstleistungen. Die Daten lassen eine Zunahme der Dynamik in naher Zukunft erwarten, meint das Wifo. Derzeit sei die Entwicklung aber noch schwächer als in vergangenen Aufschwungphasen.

Impulse

Eine Beschleunigung war auch im produzierenden Bereich zu beobachten. Dieser konjunktursensible Sektor erholte sich nach einem schwachen ersten Halbjahr im vierten Quartal deutlich (real +1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Kräftige Impulse erhielten auch die Branche "Banken und Versicherungen" sowie unternehmensnahe Dienstleistungen (+1 Prozent), deren Entwicklung eng mit jener der Sachgütererzeugung zusammenhängt. Die Bauwirtschaft expandierte mit real +0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal weiter mäßig. Einen Anstieg verzeichnete auch der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr mit +0,7 Prozent.

Konsumausgaben ohne Schwung

Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Konsumgütern wachse zwar stärker als im Vorjahr, jedoch war in den letzten Quartalen keine weitere Belebung zu erkennen (viertes Quartal +0,3 Prozent). Auch die öffentlichen Konsumausgaben gewannen nicht an Schwung (real +0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Trotz der günstigen Entwicklung der Sachgüterproduktion ist die Investitionstätigkeit bisher nicht angesprungen (+0,6 Prozent). Nachdem die Ausrüstungsinvestitionen Anfang 2005 nach dem Auslaufen der Investitionszuwachsprämie um den Jahreswechsel rückläufig waren, stiegen sie im weiteren Jahresverlauf wieder an. "Diese Beschleunigung entspricht jedoch noch nicht einer Konjunkturerholung", so das Wifo.

Die Bauinvestitionen entwickelten sich ebenso ruhig wie die Bauproduktion, gegen Jahresende aber etwas lebhafter. Hatten die Wohnbauinvestitionen zu Jahresbeginn nur verhalten zugenommen, so wuchsen sie zuletzt überdurchschnittlich. Der stärkste Impuls ging auf der Verwendungsseite abermals von der Auslandsnachfrage aus (+1,4 Prozent). Die lebhafte Steigerung der Reiseverkehrsexporte spiegelt die gute Wintersaison im Tourismus wieder. Auch die Importe erhöhten sich vor dem Hintergrund der regen Auslandsnachfrage, allerdings beschleunigte sich das Wachstum auf Grund der bisher verhaltenen Entwicklung von Konsum und Investitionen nur mäßig (+0,8 Prozent). (APA)

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    Der positive Trend wird vor allem getragen durch die Sachgüter-Produktion, der Privatkonsum steigt nur langsam

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