13. März 2006, 16:03
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etat.at: Sie haben die Initiative "weniger nackerte" gegründet und fordern die Absetzung der "Erotischen Bilder" in der U-Bahnzeitung "Heute". Was genau stört Sie an den "Nackerten"?

Unosson: Es stört mich, dass "Heute" ein schlechtes Frauenbild und schlechtes männliches Rollenverhalten an alle U-Bahnfahrer weitergibt. Besonders stört es mich, wenn ich sehe, dass viele Kinder und Jugendliche dieses Blatt lesen.

Ich meine, dass "Heute" eine Verantwortung für die Gesellshaft hat, die sie wahrnehmen muss. Es stört mich auch, wenn mir durch die vielen "Heute"-Zeitungen in der U-Bahn, Bilder aufgezwungen werden, die ich nicht sehen will.

etat.at: Ihr Protest richtet sich gegen "Heute". Haben sie mit anderen "Nackerten", zb. in der "Kronen Zeitung" oder auf Werbesujets kein Problem?

Unosson: Es stimmt, dass die steigende Sexualiserung der Gesellschaft und des öffentlichen Raumes generell ein Problem ist. Wenn man etwas verändern will, muss man irgendwo anfangen. Und "Heute" stört mich derzeit am meisten.

etat.at: Wie haben die Zeitungsverantwortlichen Eva Dichand bzw. Wolfgang Jansky auf ihre Initiative reagiert?

Unosson: Mit Wolfgang Jansky habe ich gute Gespräche gehabt. Ich habe ihm vorgeschlagen, er solle es ausprobieren, für eine Zeit lang die Nackerten zu entfernen. Er hat gemeint, dass er es sich gemeinsam mit der "Heute"-Redaktion überlegen werde.

etat.at: Auf Ihrer Homepage rufen Sie zum Ideenwettbewerb auf. Welche Beiträge würden Sie sich persönlich statt den "Nackerten" wünschen?

Unosson: Ein Bild des Tages vom Wiener-Alltag würde ich spannend finden. Ich würde mich auch freuen, wenn "Heute" eine Problem-Löser-Zeitung wird, die mithilft die Probleme der Stadt anzusprechen und zu lösen. (red)

Zur Person

Johannes Unosson, 31, gründete die Initiative wenigernackert.at. Der Schwede lebt sei 1999 in Wien und studierte an der TU. Er ist verheiratet und Vater von zwei Buben.

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    foto: wenigernackert.at/privat
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