NVIDIA-Prozessor: Neue Ära für 3G-Mobiltelefone

10. März 2006, 13:18
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GoForce 5500 Mobil-GPU verbessert Multimedia-Anwendungen

Mit dem zunehmenden Angebot an multimedialen Zusatzdiensten sind Mobiltelefone an ihre grafischen Grenzen angelangt. Der Grafikprozessoren-Entwickler NVIDIA hat am Dienstag im Rahmen der 3GSM in Barcelona seinen neuen Multimediaprozessor GoForce 5500 für mobile Geräte vorgestellt. Mit dem neuen Prozessor, der rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2006 die neuesten Handymodelle ausstatten soll, will man die Darstellungsmöglichkeiten von digitalem TV und grafisch komplexen Videogames auf Mobiltelefonen entscheidend verbessern.

Dienste

"Die Markteinführung der NVIDIA GoForce 5500 Mobil-GPU kennzeichnet eine neue Ära für 3G-Mobiltelefone" ist Michael Rayfield, General Manager der Handheld-GPU-Gruppe von NVIDIA, überzeugt. Marktstudien hätten gezeigt, dass qualitative Multimedia-Dienste für Einnahmen der Carrier und Content-Provider immer wichtigere Antriebskräfte darstellen würden, so Rayfield. Mit dem neuen mobilen Grafikprozessor komme man den von den Verbrauchern geforderten Leistungsmerkmalen wie flüssige Video- und Digital-TV-Wiedergabe, 3D-Gaming in Konsolenqualität sowie hoch auflösenden Kamerafunktionen nach.

Ausrichtung

Der neue Chip verspricht eine flüssige Wiedergabe von DVB-H-, ISDB-T- und DMB-Fernsehübertragungen sowie eine 24-Bit-Musik-Wiedergabe inkl. Surround-Sound. Bei der Videowiedergabe sollen die Formate WMV9, MPEG-4 und H.264 unterstützt werden, zudem soll der Prozessor bei integrierten Kameras Auflösungen bis zu zehn Megapixel schaffen. Neben Beschleunigungen im 3D-Grafikbereich und von Java soll der Chip vor allem mit einem stark verbesserten Stromverbrauch aufwarten.

Mobilgeräte-Hersteller Sony Ericsson konnte auf Anfrage von pressetext noch nicht bestätigen, dass der neue NVIDIA-Chip in den Mobilgeräten der nächsten Generation eingesetzt wird. "Spezielle Grafikprozessoren, die zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit und Beschleunigung beitragen, sind aber immer ein Thema", meint Andreas Burtscher, Produktmanager bei Sony Ericsson Austria. Durch das aufkommende UMTS-Angebot und die damit verbundenen größeren Datenraten würden sich die Anforderungen an mobile Geräte in jedem Fall erhöhen. Besonders die mobile TV-Nutzung stelle ein ganz aktuelles Thema dar, so Burtscher.

Zeit

Auf die Frage, ob Gerätehersteller bei der Umsetzung und Unterstützung von neuen Technologien wie UMTS und HSDPA hinterherhinken, meinte Burtscher: "Die Etablierung von neuen Technologien braucht einfach Zeit. So gibt es mittlerweile genügend UMTS-fähige Geräte, die Video-Telefongespräche unterstützen. Dennoch wird die Funktion von Kunden bisher kaum genutzt." Für die Gerätehersteller liege die größte Herausforderung in der Integration neuer technologischer Bausteine auf Miniaturbasis. "Kunden wollen natürlich von den neuen technischen Möglichkeiten Gebrauch machen - aber ohne, dass ihr Gerät größer oder schwerer wird", so Burtscher. (pte)

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