Benefizfest, Tänzer und ein Hauch von Hollywood

17. Februar 2006, 21:33
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Gedankenlose Schuhpasta - Schreibendes Tanzbein - Schiele, Jolie und Pitt

Gedankenlose Schuhpasta
Nach einigem Zureden hat sich Erich Joham das Gesicht gewaschen - weil er sich bei der Sache mit dem Schuhpastagesicht nichts gedacht hat. Nichts Böses. Denn dass geschwärzte Gesichter zuletzt in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts (okay: eigentlich zuletzt, als Karl Moik in diesem Jahrtausend in Südafrika stadelte) "üblich" waren - und das auch nur, weil weiße Musiker dort, wo Schwarze nicht zugelassen waren, schwarz wirken und spielen sollten - hatte er nicht bedacht. Und so trat Joham, Friseur und Faktotum, Samstagabend beim Benefizfest von Zara (www.zara.co.at) "geschwärzt" auf: Er richtete zugunsten der Rassismus-Beobachtungsstelle eine Promi-Frisurenschau aus. Auf die Moral der Geschichte, (nämlich dass auch gut gemeinte Gedankenlosigkeit zeigt, wie wichtig die eigene Arbeit ist), erklärte Zara-Sprecherin Karin Bischof, hätte der Verein gerne verzichtet - und sich lieber ein gelungenes Fest (Erlös: fast 15.000 Euro) gefreut.

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Schreibendes Tanzbein
Einen besseren "Slot" gibt es nicht. Schließlich startet im März die zweite Staffel von "Dancing Stars". Doch während das die Chance eröffnet, dass die lugnereske Omnipräsenz von Marika Lichter nachlässt, kann ihr Tanzpartner, Andy Kainz, weiterhin mit Rampenlicht rechnen. Und weil er und seine Frau Kelly den TV-Tanzlehrer-Spin auch offscreen nutzen, präsentieren sie Anfang März ein Tanzbuch. Für die Generation 50+ ("Komm tanz mit", Verlag 55PLUS ) - mit Grundschritten und Tipps, wo man das Gelernte zeigen kann. Und einem Vorwort. Von wem? Eh klar: Marika Lichter.

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Schiele, Jolie und Pitt
Die beste Paparazzi-Abwehr ist, sich nicht zu tarnen und ohne Abschirmung aufzutreten - weil damit keiner rechnet. Und so besuchten Angelina Jolie und Brad Pitt Montagvormittag in der Albertina die Schiele-Ausstellung. Einfach so. Ohne Tross, VIP-Getue und Trara. Total unkompliziert: "Wir haben einen Anruf von der Garderobe bekommen, dass Herr Pitt gerade seinen Mantel abgegeben hat", ist alles, was die Albertina-Sprecherin dazu sagen kann. Und wäre nicht eine Schulklasse in Gekreische ausgebrochen, wäre der Abstecher des gerade in Berlin weilenden Hollywoodpaares vielleicht unbemerkt geblieben - aber zum Glück hat heute jedes Kind ein Fotohandy. (DER STANDARD-Printausgabe, 14.02.2006)

  • Gut gemeint ist halt das Gegenteil von gut: Erich Joham (mit Models und Kollege Josef Winkler)
    foto: tischler

    Gut gemeint ist halt das Gegenteil von gut: Erich Joham (mit Models und Kollege Josef Winkler)

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