"Wunderwuzzi" für Seibersdorf gesucht

28. März 2006, 11:32
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Frist läuft noch bis 23. Februar - Bewerber mit "umfassenden Qualifikationen" gesucht

Wien - Die Frist läuft noch bis 23. Februar. Bis dahin haben Bewerber Zeit, sich für ein bis zwei Geschäftsführerposten bei den Austrian Research Centers (ARC) in Seibersdorf zu bewerben. Nicht so klar ist, was mögliche Interessenten können müssen. Denn zwar ist die Liste der gewünschten Qualifikationen lang, eindeutig ist sie aber nicht. So muss der Geschäftsführer für den Bereich "Finanzen" eine unternehmerische Ausrichtung glaubhaft machen können ("denkt und führt als käufmännisches Gewissen") und ein "einschlägiges Universitätsstudium" abgeschlossen haben. Welches das konkret ist, wird allerdings bewusst offen gelassen.

Mit gutem Grund, wie manche im achtköpfigen Nominierungskomitee, das Neo-ARC-Aufsichtsratspräsident Rainer Wieltsch bei der Auswahl passender Kandidaten berät, vermuten: Wäre als Qualifikation explizit ein Betriebswirtsstudium angeführt, hätte Ex-FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf, derzeit Geschäftsführer der ARC-Dienstleistungstochter Business Services, keine Chance. Da die Business Services aufgelöst und in die ARC-Holding rückintegriert bzw. als Profit-Center weiter geführt wird, muss sich Graf wohl um eine neue Führungsposition umschauen.

Gerüchte

Für Irritation sorgen außerdem Gerüchte, wonach sich die ARC-Gesellschafter (je zur Hälfte Infrastrukturministerium und Industriebetriebe, Anm.) vorstellen können, nur einen Geschäftsführer für den Bereich "Strategische Unternehmenssteuerung" zu bestellen und sich bei dem von der Industrie geforderten Finanzchef mit einem "Controller mit Prokura" zu begnügen. Damit wären für den künftigen Unternehmenssprechers nur mehr eine "mehrjährige Führungserfahrung in einem internationalen Umfeld" und "nachgewiesene Kenntnisse im Technologiebereich" erforderlich. Da es sich die ARC-Gesellschafter vorbehalten, beide Positionen mit einer Person zu besetzen, bleibt die Causa spannend. Mit der Suche beauftragt ist Egon Zehnder International. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2006)

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