NATO künftig innerhalb von fünf Tagen einsatzbereit

13. Februar 2006, 11:52
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Neue Eingreiftruppe soll bis zum Herbst 25.000 Soldaten umfassen

Taormina - Wo immer ein militärischer Einsatz der NATO für notwendig erachtet wird, soll sie innerhalb von fünf Tagen in Marsch gesetzt werden: die schnelle Eingreiftruppe der Alliierten. Im Herbst soll die NATO Response Force (NRF) ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht haben. Dann stehen den Alliierten 25.000 Soldaten in mobilen Kampfeinheiten zu Lande, zu Luft und zu Wasser zur Verfügung, die mit modernster Ausrüstung für mindestens 30 Tage ohne weitere Versorgung von außen weltweit eingesetzt werden können.

Rumsfeld-Idee

Die Idee für die Eingreiftruppe geht auf US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zurück, der ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Gründung der NRF vorschlug. Nur zwei Monate darauf folgte der Beschluss der Staats- und Regierungschefs beim NATO-Gipfel von Prag im November 2002.

Der Aufbau der NRF, der auch Spezialkräfte angehören, ist weit vorangekommen. Derzeit stehen dem Bündnis dafür bereits etwa 17.000 Soldaten aller Waffengattungen zur Verfügung. Wie die "battlegroups", die schnellen Kampfverbände der Europäischen Union, steht auch die NRF aber nicht als stehendes Heer vor den Toren des NATO-Hauptquartiers in Brüssel, sondern setzt sich aus schnell mobilisierbaren Einheiten in den Mitgliedstaaten zusammen.

Aufgabenliste der teilnehmenden Staaten

Die NRF besteht aus Truppenteilen, die die Alliierten für jeweils sechs Monate dem Bündnis zur Verfügung stellen. Dabei müssen die teilnehmenden Staaten zusammen für jede Waffengattung eine bestimmte Aufgabenliste erfüllen. So soll beispielsweise die Kapazität der NRF-Luftwaffen-Komponente auf 200 Kampfflüge täglich ausgelegt sein. Da sich die meisten NATO-Staaten auch an den für fünf Jahre im Voraus geplanten EU-Kampftruppen beteiligen, wird im Bündnis diskutiert, auch die NRF-Truppensteller statt für zwei Jahre künftig ebenfalls auf fünf Jahre im Voraus festzulegen.

Staaten übernehmen Kosten für Einsatz

Bei einem Einsatz der NRF übernehmen die Staaten, deren Soldaten beteiligt sind, nahezu alle Kosten. Von der NATO bisher gemeinsam finanziert werden nur Kosten für eine bestimmte Infrastruktur eines Einsatzes wie Hauptquartiere, große Hospitäler oder Telekommunikation. Besonders teuer kommt für die nationalen Haushalte der Transport von Soldaten und Gerät ins Einsatzgebiet. Wird das gesamte NRF-Kontingent bewegt, werden die Kosten allein dafür auf etwa 50 Millionen Euro geschätzt. (APA/AFP)

  • Gruppenbild der NATO-Verteidigungs- ministerInnen im italienischen Taormina.

    Gruppenbild der NATO-Verteidigungs- ministerInnen im italienischen Taormina.

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