Nachfolgefirma auf Schiene

9. März 2006, 19:06
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Mehrheit für Post PTT - Österreichische Investoren werden nur noch 20 Prozent an neuer Mobilfunkfirma halten

Belgrad - Die Eigentümer des serbischen Mobilfunkbetreibers Mobtel, die österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt sowie die staatliche serbische Post PTT, führen Verhandlungen über die Gründung einer neuen gemeinsamen Firma. "Alles läuft nach Plan", berichtet die Belgrader Tageszeitung "Vecernje novosti" am Freitag aus PTT-Kreisen.

Die neue gemeinsame Mobilfunkfirma soll laut einem Vorschlag der serbischen Regierung durch die Auflösung von Mobtel entstehen. Allerdings würden die österreichischen Investoren an der neuen gemeinsamen Firma, in welche das Mobtel-Eigentum übertragen werden soll, nur noch mit 20 Prozent beteiligt sein - eine Mehrheit von 80 Prozent würden der Post zufallen. Diese Firma würde sich um die Funklizenz bewerben. Eine diesbezügliche Ausschreibung soll spätestens bis Sommer erfolgen, berichtet die Tageszeitung.

Verzicht auf Vorverkaufsrechte

Indirekt ist der Belgrader Tageszeitung zu entnehmen, dass die an einem Einstieg in Serbien interessierte Mobilkom, die Mobilfunktochter der österreichischen Telekom Austria (TA), beim geplanten Verkauf des neuen Handynetz-Betreibers nicht mit einer privilegierten Stellung rechnen könnte. Nach Angaben der PTT-Kreise soll Schlaff bereits dem Vorschlag von PTT-Vertretern zugestimmt haben, auf die Vorverkaufsrechte in der neuen Firma zu verzichten.

Die serbische Regierung hatte Ende Dezember den Lizenzentzug für die Mobtel beschlossen, an der die Österreicher seit Mai 2005 eine Mehrheit von 51 Prozent halten. Allerdings sind die Eigentumsverhältnisse weiterhin strittig. An einem Zürcher Schiedsgericht läuft ein Prozess in dieser Causa.

Sollten sich die PTT und die österreichischen Investoren auf die Gründung einer neuen gemeinsamen Firma einigen, so würden beide Mobtel-Eigentümer die Einstellung des Verfahrens in Zürich beantragen, berichtet das Blatt. Schlaff und seine Geschäftspartner würden in diesem Fall die Gerichtskosten in Höhe von 300.000 Euro übernehmen. (APA)

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