Aristide: USA können Heimkehr nicht verhindern

3. März 2006, 09:59
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Ex-Präsident: Haitis Verfassung verbietet Zwangsexil - Gestürzter Präsident will sich im Erziehungsbereich engagieren

Pretoria - Der haitianische Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide, der 2004 gestürzt und zwangsexiliert wurde, will sich nach eigenen Worten nicht davon abbringen lassen, nach dem Wahlsieg seines einstigen Gefolgsmanns René Préval in seine Heimat zurückzukehren. Die Verfassung des Landes verbiete ein Zwangsexil, unterstrich der ehemalige Armenpriester Aristide am Mittwoch vor internationalen Pressevertretern in Pretoria, nachdem er auf amerikanische Vorbehalte gegen seine Präsenz in Haiti angesprochen worden war. "Ich bin überzeugt, meinem Land dienen zu können, ohne Präsident zu sein", sagte er.

Am Vortag hatte Aristide im südafrikanischen Rundfunk SABC erklärt, er wolle "sobald als möglich" in seine Heimat zurückkehren und sich dort im Erziehungsbereich engagieren. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, dessen Regierung dem Ex-Präsidenten Asyl gewährt hatte, hat erklärt, Aristide werde im Einvernehmen mit Préval den Zeitpunkt seiner Heimkehr bestimmen.

Der Vorsitzende der Karibischen Staatengemeinschaft (Caricom), der Premier von Jamaika, Percival Patterson, hatte die Form von Aristides Entmachtung und Zwangsexilierung vor zwei Jahren als einen "gefährlichen Präzedenzfall für alle demokratisch gewählten Staatschefs" bezeichnet. Die "verfassungswidrige Entfernung eines Staatsoberhauptes aus dem Amt" unter Mitwirkung westlicher Partner sei "nicht zu entschuldigen", sagte Patterson. (APA)

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    Jean-Bertrand Aristide: "Ich bin überzeugt, meinem Land dienen zu können, ohne Präsident zu sein".

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