Österreicher liebäugeln verstärkt mit Aktien

2. März 2006, 16:13
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Die Österreicher setzen bei der Veranlagung ihres Geldes zwar nach wie vor meist auf Bausparen oder Sparbuch - Marktforscher orten aber eine Trendwende

Wien - Die Österreicher blieben auch im vierten Quartal 2005 konservativ, was die Favoriten für die Veranlagung ihrer Ersparnisse betrifft. Es gilt weiter die Maxime "Sicherheit vor Ertrag", so lauten die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Fessel-GfK-Instituts. Klassische Anlageformen wie Bausparen oder Sparbücher bleiben in der Beliebtheitsskala führend, wenn auch rückläufig. Steigendes Interesse orten die Marktforscher bei Wertpapieren und sehen damit eine mögliche Trendwende.

Herr und Frau Österreicher zeigten sich 2005 unschlüssig bei der Wahl der bestmöglichen Geldveranlagung, heißt es in der Analyse des Sparverhaltens der Fessel-GfK-Experten. So fiel es den Österreichern offensichtlich schwerer, sich für eine Spar- und Anlageform zu entscheiden als 2004. Zusätzlich gehe die Zahl der in Frage kommenden Anlageformen seit Herbst 2004 kontinuierlich zurück.

Bausparen vor Sparbuch

Nach wie vor punkten in der Umfrage klassische Anlageformen. So ist die Rangliste der beliebtesten Sparformen im letzten Quartal des Vorjahres wie folgt: Bausparen (47 Prozent), Sparbuch (34 Prozent), Lebensversicherung (28 Prozent), Wohnung/Haus (23 Prozent), Grundstücke (22 Prozent) sowie Pensionsvorsorge mit staatlicher Prämie (22 Prozent).

Bausparverträge erweisen sich zwar immer noch als das Zugpferd, jedoch setze sich der kontinuierliche Rückgang beim Veranlagungsinteresse fort und liege nach einem Minus von zwei Prozentpunkten aktuell bei 47 Prozent. Im Vergleich dazu lag das Interesse an Bausparverträgen im April 2005 noch bei 57 Prozent.

Lebensversicherung auf Tiefpunkt

Das Interesse an der klassischen Lebensversicherung bleibt laut Fessel-GfK-Umfrage auf dem schon länger anhaltenden Tiefpunkt. Zurückzuführen sei das auf die in den vergangenen Jahren breiter gewordene Palette an Vorsorgeprodukten, wie etwa die Pensionsvorsorge mit staatlicher Prämie. Die Experten sprechen hier von einem gegenseitigen "Kannibalisierungseffekt" auf Kosten der Lebensversicherung als Anlageform. Mit dem diagnostizierten Sicherheitsdenken bleiben aber Lebensversicherungen im Bereich der Vorsorge wie auch zum Vermögensaufbau weiter auf der Sparagenda der Österreicher, heißt es weiter.

Schwindendes Interesse an Immobilien

Auch bei Immobilien war das Interesse im vergangenen Jahrniedriger als 2004, auch wenn den Umfrageergebnissen zufolge mehr als ein Fünftel der Österreicher (22 Prozent) Grund und Boden als interessante Anlageform betrachten.

Eine Trendumkehr in Richtung "Ertrag vor Sicherheit" könnte durch das zunehmende Interesse der Österreicher an Investmentfonds (19 Prozent) eingeläutet werden, mutmaßen die Experten. Ein weiteres Indiz: Schließlich wiesen auch Aktien - nach einem eher mäßigem Interesse in den Quartalen davor - im letzten Viertel des Vorjahres mit 13 Prozent einen Wert auf, der zuletzt 2002 erreicht wurde. (APA)

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