Ägyptische Zeitung veröffentlichte umstrittene Cartoons schon im Vorjahr

  • Screenshot des Online-Archivs von "Al Fager" von Donnerstag Vormittag. Nach Anruf des STANDARD wurde das Cover aus dem Archiv gelöscht.
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    screenshot: derstandard.at

    Screenshot des Online-Archivs von "Al Fager" von Donnerstag Vormittag. Nach Anruf des STANDARD wurde das Cover aus dem Archiv gelöscht.

"Al Fager" brachte schon im Oktober 2005 mehrere Mohammed-Karikaturen - Ausgabe aus dem Online-Archiv nun gelöscht

Kairo/Wien – Eine ägyptische Zeitung hat die umstrittenen Mohammed-Cartoons lokalen Bloggern zufolge schon im Vorjahr veröffentlicht. Am 17. Oktober 2005 brachte "Al Fager" auf der Titelseite (siehe Screenshot) und im Blattinneren mehrere Karikaturen unter der Überschrift: "Spott mit dem Propheten und seiner Frau". Die Zeitung habe damals zwar die Karikaturen kritisiert, jedoch nicht zu Protesten aufgerufen und es habe auch keine Aufregung gegeben, berichten die Blogger.

Wirbel herbeigeschrieben

Erst in der vergangenen Woche ist es dann auch in Ägypten zu Demonstrationen gekommen. Auf Grund dieser verzögerten Aufregung wirft "Sandmonkey" aus Kairo in seinem Blog den Medien in islamischen Ländern vor, den Wirbel herbeigeschrieben zu haben, weil die jeweiligen Regierungen davon profitierten. Die saudische Königsfamilie hätte damit von der Empörung nach den Toten bei der Hadsch-Massenpanik in Mekka abgelenkt, die syrische Regierung von den Ermittlungen um den Hariri-Mord, die jordanische von Mindestlöhnen und die ägyptische Regierung von den neuen Justiz- und Sozialreformen.

Gegenüber derStandard.at beschreibt Blogger "Sandmonkey" die ägyptische Zeitung als relativ neu. Da sie aber vom prominenten ägyptischen Journalisten Adel Hamoudah gemacht wird, habe sie bereits einen hohen Bekanntheitsgrad.

"Alle Zeitungen haben Karikaturen abgedruckt"

Auf Nachfrage des STANDARD bestätigte "Al Fager" in Kairo die Karikaturen abgedruckt zu ha ben. Man wisse aber nicht ge nau wann, dies geschehen sei, sagte eine Mitarbeiterin: "Alle ägyptische Zeitungen haben von islamischen Websites solche Karikaturen abgedruckt." Die Zeitung wollte keine weiteren Auskünfte über die Sache erteilten. In der Zeitung war unter den Karikaturen zu lesen: "Vor Ende der ersten Woche des Ramadan war in der dänischen Zeitung 'Jyllands-Posten' zur Lektüre der Muslime eine rassistische Bombe spezieller Art in Form von Karikaturen. Eine karikaturistische Bombe bestehend aus zwölf Bildern, die die Person des Propheten verkörpern, dargestellt von Zeichnern der Zeitung."

Aus dem Netz genommen

Die Version jener "Al Fager"-Ausgabe, in der die Karikaturen zu sehen waren, wurde kurz nach dem Anruf des STANDARD am Donnerstagnachmittag aus dem Archiv der "Al Fager"-Webpage genommen.

Erst vergangene Woche wollte die große ägyptische Zeitung "Akhbar" die Karikatu ren veröffentlichen. 20.000 Stück waren bereits gedruckt, bis der Chefredakteur davon erfuhr und sie einstampfen ließ. (rasch, rfs)

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Viel Lärm um nichts

Pressefreiheit bedeutet, seine Meinung zu äußern ohne Angst haben zu müssen dafür bestraft zu werden. Zumindesten im Westen. Das betrifft auch Karikaturen. Niemand wollte absichtlich jemanden damit verletzen bzw. schaden. Außerdem sollten Unschuldige nicht dafür bestraft werden. Es stimmt auch nicht das alle Muslime sich angegriffen fühlen. Es gibt welche unter ihnen (sogar sehr viele) die zwar nicht sehr glücklich über die Karikaturen sind, aber dennoch die Reaktionen übertrieben finden. Eine offizielle Entschuldigung vom Zeichner sollte genügen um die Angelegenheit zu beenden.
In vergangenen Zeiten wurden viel zu viele Menschen wegen ihrer Religion verurteilt u. verfolgt. Kriege wurden geführt und Menschen starben, auch Unschuldige.

liebe gläubige, hüben wie drüben.

ist euer glaube wirklich so schwach, daß er ein paar cartoons nicht verträgt???????

Wenn wir ein Problem gegeben ist, dann müssen wir zuerst anerkennen, dass ein Problem vorhanden ist(warum ist meine vorher veröffentlichte Reaktion zur Richtigkeit Inhalt meines Beitrages vom 09.02.2006 15:48 abgezogen worden?)

Wenn wir das Problem lösen wollen,dann müssen wir die Ursache beseitigen.
Um diese zuerst zu definieren, müssen wir die Betroffene hören
Ich habe gestern Beweisreaktion zur Richtigkeit Inhalt meines Beitrages vom 09.02.2006 15:48 gebracht, die auch nicht nur in Dänemark,sondern auch in Österreich vorhanden sind.
Ich habe niemals behauptet, dass das österreichischen Volk im allg. rassistisch ist, weil ich eine guter Erfahrung mit diesem Volk habe.Ganz im Gegenteil dazu habe ich einigen Gerichte und Behörden, die mit Befehle von Oben arbeiten(das kann ich auch bestätigen) als Rassisten gezogen, diese Erfahrung berührt sich auf meine Erlebnisse seit WTC(davor ist aber nicht). als Beispiel habe ich davon OLG Graz eingezogen.

wenn ich nur wüßte wovon sie sprechen

Es wird Zeit...

...dass endlich wieder mehr Achtung und Respekt vor anderen Kulturen in unserer Welt Einzug hält. So wie sich der Westen, allen voran die USA, aufführen, wundert es mich nicht, dass die muslimische Welt aufgebracht ist. Ich kann es nicht nur verstehen, ich freue mich sogar und hoffe inständig, dass sich alle muslimischen Ländern mit vereinten Kräften gegen die Einmischung in innere Angelegenheiten des Nahen Ostens wehren.
Und nebenbei bemerkt: Der Westen wirft dem Orient vor, fantatisch zu sein, wenn es um religiöse Angelegenheiten geht, aber was ist mit dem Westen? Wäre nicht endlich mal christliches Verhalten angebracht?

Mehr Achtung und Respekt vor anderen Kulturen...Stimmt und daher

wäre es eine so wichtige wie schmerzhafte Lektion, die Grenzen der eigenen, arabozentristischen Weltdeutung einmal bewusst zu erfahren und anzuerkennen. Die Verlockung, sich aus Kairo, Damaskus, Ramallah oder Riad zu inneren Angelegenheiten, z.B. medialen Usancen oder spezifischen Traditionen und Kunstformen fremder Kulturen wie der dänischen oder norwegischen zu Wort zu melden,mag stark sein.
Doch darf eine globalisierte Welt nicht zu einer monoperspektivischen Hegemonie, zur Dominanz einzelner Zugänge zu Gesellschaft und Politik führen, vielmehr sind Toleranz und ein Bekenntnis Multikulturalität gefragt,auch dann, wenn dies der eigenen Prägung und den festgefahrenen Denkmustern und althergebrachten Handlungsmustern entgegenläuft.

(3. Versuch: Also, lieber Standard-Zensus!)

Sie fordern "Achtung und Respekt vor anderen Kulturen in unserer Welt"? Recht so, dem kann ich voll zustimmen.

Ist in Ihrer Forderung die Achtung der anderen Kulturen durch den Islam eingeschlossen? Also protestierten Sie auch, als damals die beiden Buddha-Figuren durch Islamisten zerstört wurden? Und jede durch Moslems zerstörte christliche Kirche erregt ebenfalls Ihren Protest? Sie richten Ihren Protest direkt an die reisenden dänischen Imame, die die Gewalt gegen alle Nicht-Moslems gefördert haben?

Wie meinen Sie das: "Wäre nicht endlich mal christliches Verhalten angebracht?"? Meinen Sie, dass auch im Westen wegen Karrikaturen Botschaften angezündet, Menschen entführt und ganze Erdteile boykottiert werden? Beispiele?

interessanter link, bitte lesen:

http://www.zmag.de/artikel.php?id=1737

Natürlich fordere ich Achtung und Respekt auch vor anderen Kulturen und selbstverständlich auch seitens des Islams! Das versteht sich von selbst. Was die Zerstöung der Buddha-Figuren und der christliche Kirce betrifft, so war ich sehr betrübt, dass im Namen Allahs so viel Unrecht geschieht. Man zerstört keine Kulturgüter, egal welcher Kultur/Religion sie entstammen. Was aber die Karikaturen anbelangt, passieren bis dato Provozierungen seitens europ. Politiker bzw. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, die sehr niveaulos sind und mir sehr respkektlos erscheinen. Das muss wirklich nicht sein und erweckt nicht umsonst in der muslim. Welt Anstoss. Für ein Boykott dieser Länder bin ich absolut, für Demonstrationen auch, aber Gewalt nicht.

(2. Versuch)

Komisch.

Als die Karikaturen in der ägypt. Zeitung erschienen, waren Sie da gerade im Urlaub?

Oder haben Sie heimlich "boykottiert und demonstriert"?

Soso. Als die Buddha-Figuren zerstört wurden, als die Kirchen brannten, da waren Sie "sehr betrübt". Aber direkt

"boykottiert und demonstriert" haben Sie da nicht zufällig?

"Das muss wirklich nicht sein und erweckt nicht umsonst in der muslim. Welt Anstoss"

Seit etlichen Jahren werden dauernd Attentate gegen Nichtmuslime, WELTWEIT, von den stark finanzierten wahhabitischen Sektierern, vulgo Islamonazis, verübt. Im Namen des Islam, des Propheten und Allahs. Warum sowas NICHT den Anstoss der muslimischen Welt erweckt und zu KEINEN Demos führt, werden Sie mir sicher erklären können.

Bitte bedenken Sie, daß die Nazis AUCH klein angefangen haben. Das Schweigen der Deutschen brachte keine Bremse, eher das Gegenteil. Die Gewaltakte stiegen, Länder wurden annektiert, bis die Welt dann Basta! sagte. Mit Gewalt.

Wir erleben mit den Islamonazis eine Wiederholung der Geschichte. Und die Muslime SCHWEIGEN.

eine nette idee.

jeder will vom anderen respektiert und geachtet werden. wer fängt an?

wie wäre es, wenn einer mal von sicher damit anfinge? einfach so? Beispielweise im Namen des christlichen Gottes?

Alle suchen den Dialog, nur die Islamisten nicht.

Alle Ausländer (Latinos, Chinesen, Vietnamesen, Inder, Polinesier) integrieren sich in Europa, nur die Islamisten nicht.

Weltweit gehen Muslime wegen Karikaturen demonstrieren. Nur bei Bomben, Köpfen, Steinigungen, Scharia, Zerstörung von Kirchen, Tempeln, Synagogen, Statuen, etc., nicht.

Weltweit sind Muslime wegen Kritik am Islam beleidigt. Nur bei Attentaten und Morde IM Namen des Islam nicht.

In Indonesien wurden Fatwas GEGEN Liberalismus, Pluralismus und Säkularismus verabschiedet. Nur gegen Wahhabismus, Bombenleger, Dschihad nicht.

Im Westen fordern Islamisten dies und jenes aus Verachtung gegen Kafire. Minderheiten in allen muslim. Ländern dürfen dies nicht.

Mehr?

Vielleicht...

... sollten Sie mal arabische Medien konsultieren und nicht immer nur westliche? Dann würden Sie sehen, dass es sehr wohl in islam. Ländern Proteste gibt, nur leider erfahren wir das hier nicht. Versuchen Sie es zum EInstieg doch mal mit der englischsprachigen Seite von Al Jazzeera.

war ja irgendwie klar, das die aufregung um die karrikaturen künstlich hochgespielt wurde

und das fast allen fraktionen im nahen osten hilft, von eigenen problemen abzulenken .. aber kaum demonstrieren ein paar hundert radikale mehr oder weniger unterstützt vom staat gegen botschaften, wird in europa schon der "kampf der kulturen" ausgerufen ..

es ist zu hoffen, das die mehrheiten im nahen osten das spiel durchschauen und darüber offen ihren unmut äussern .. ich glaube, der ganze konflikt wird noch um einiges länger dauern und auch im nahen osten selbst folgen haben .. aber nicht nur dort sollte die ganze sache aufgearbeitet werden, auch in europa sollte einmal über "karrikaturen" und rassismus gesprochen werden .. im besonderen wenn sich die betreffende zeitung noch vorher weigerte jesus-karrikaturen zu veröffentlichen ..

"I am here to defend the right to offend" (alan hirsi)

...und weiter: " despotische regierungen wie die von saudi-arabien inszenieren eine graswurzel-revolution, die sie
gnadenlos zerschlagen würde, wenn es um das recht auf
freie wahlen ginge."
einaml nicht die bekannten opfer iran und syrien. sondern ein jahrezhntealter freund der USA im fokus der niedertracht.
bleibt die rage: sind die bomber von bush bereits im anflug auf riad?
nein, diese ressourcen kontrollieren sie bereits?

ich glaub, das ist höhere politik ..

die sauds haben haufenweise innere probleme mit fundis und radikalen islamistInnen .. da bietet sich ein kleines kontrollierbares ventil, das sich gegen andere ziele, als sie selbst wendet, als hervorragendes mittel an ..

dann können sich leut ein bisserl austoben und schaden gleichzeitig nicht den sauds ..

die welt ist nicht so einfach, wie sie sich manche leut vorstellen .. im besonderen nicht die politik .. ;-)

"das ist höhere politik ..", wenn es die saudi herrscher....

...oder andere mit der USA verbündete diktaturen betreiben.
wenn es der iran oder syrien betreibt, ist es hetze!
diese flexible moral ist nicht "höhere politik", sondern zeigt an einem einfachen bespiel auf, weshalb es so sehr an der dringend benötigten glaubwürdigkeit mangelt.

Die islamisten, wie der Westen nennt, werden die Demos ab nächsten Freitag organisieren, damit es nicht zu Gewalttaten kommen werden

glaubt ihr mir oder glaubt ihr Mann beißt Hund, ist für euch überlassen

wieso schließt das eine, das andere aus? aber danke, daß ich mich entscheiden darf.

Ja das haben auch adere Blogger schon geschrieben

Siehe hier

http://www.myblog.de/political... yincorrect

Lachen ist gesund...

Am besten gefällt mir Sandmonkeys Boykottaufruf für Ägypten. Der Typ ist echt eine Nummer

Ob jetzt auch Fahnen und Botschaften des

Bruderstaates brennen werden? Ob die Ägypter gar ihr eigenes Zeug anzünden und ob die Taliban auch für den Kopf ägyptischer Journalisten ihr Zahngold rausrücken werden?
Immerhin hatten die Ägypter, anders als wohl 99,9% der so tief "beleidigten" Randalierer eine Chance, die Bilder tatsächlich zu sehen.

dann war es geung Zeit gewesen, um das Problem zu lösen

Das beweist auch wir zuerst aufmerksam gemacht haben, genug zeit gegeben haben, um etwas zu positiv von unseren Haßer zu erreichen, dann müssen wir dann in dieser Phase der angepassten Maßnahmen zu treffen. Es wird auch weiter gehen, niemand kann davor tatsächlich sagen, was danach passieren wird.
Die Norwegen tut tatsächlich einen Positiven Schritt, um ihre Image bei uns zu wiederherstellen.
Danemärk aber nicht, heute sagte Dänemark Fundi-chef, die fundamentalisten gießen das Öl ins Feuer. Er will damit uns als Fundis zu bezeichnen. Er soll endlich wissen, wer sind die Fundis, wir oder er und seinen Unterstützer, wer sind die Unkraut. Er vergass auch:"Mostafa wir sind kein Rassist, für sie aber gibt es bei uns keine Arbeit"

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