Red Bull dementiert Pepsi-Deal

9. Februar 2006, 14:41
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PepsiCo soll 6,7 Milliarden Dollar für den Kauf des heimischen Energydrink-Herstellers geboten haben - Mateschitz: Verkaufsangebot "Unsinnigkeit"

Wien/Fuschl - "Darüber haben wir alle sehr gelacht", heißt es aus der Umgebung von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zum Bericht der Illustrierten News, wonach er bereit sei, aus Altersgründen seine Anteile am Energydrinkhersteller zu verkaufen. Mateschitz hält 49 Prozent, seine thailändischen Partner, die Geschäftsleute Chaleo und Chalerm Yoovidhya (Vater und Sohn) 51 Prozent an Red Bull. Angeblich soll der US-Getränkeriese PepsiCo ein Angebot über 6,7 Milliarden Dollar für das wachstumsstarke Unternehmen mit Sitz in Fuschl am See im Bundesland Salzburg gelegt haben.

Als offizielles Statement wurde am Mittwochnachmittag verlautet: "Unter vielen Unsinnigkeiten, die uns medial in unserer 18-jährigen Unternehmensgeschichte zu Ohren gekommen sind, nimmt diese eine Spitzenposition ein. Das Faktum, dass Red Bull nicht zum Verkauf steht, ist so bekannt, dass in den letzten Jahren nicht einmal mehr Anfragen zu diesem Thema kamen."

Die gute Laune Mateschitz' angesichts der kolportierten Zahlen ist leicht erklärt: Experten schätzen, dass alleine die Marke - das heißt, nicht das ganze Unternehmen - knapp sieben Milliarden Euro (nicht Dollar, wohlgemerkt) wert ist. 6,7 Milliarden Dollar wären also schlicht "viel zu billig", heißt es in Fuschl.

Wenig Chancen

Wahr an der Sache ist: Pepsi sowie der Softdrink-Marktführer Coca-Cola versuchen seit Jahren, einen ähnlichen Erfolg mit Wachbleibsäften zu landen. Jedoch schlugen die Österreicher die beiden Konzerne um Längen auf dem Heimmarkt. Zuletzt wurden sogar Diet Coke und Diet Pepsi in den US-Convenience-Stores überholt. Im Sommer 2005 wurden Gerüchte laut, dass PepsiCo den französischen Milchriesen Danone übernehmen wolle, dies wurde dann aber auch dementiert. Mit Akquisitionen wuchs der PepsiCo-Umsatz im Vorjahr um elf Prozent auf 32,6 Mrd. Dollar (27 Mrd. Euro), wurde am Mittwoch bekannt gegeben.

Red Bull entspricht nach dem Umsatz gemessen derzeit etwa einem Zehntel davon: Im Vorjahr wuchs das weltweite Geschäft jedoch um ein Drittel - auf 2,5 Milliarden Dosen Absatz und 2,1 Mrd. Euro Umsatz. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2006)

  • Offizielles Statement zu den Übernahmegerüchten: "Unter vielen Unsinnigkeiten, die uns medial in unserer 18-jährigen Unternehmensgeschichte zu Ohren gekommen sind, nimmt diese eine Spitzenposition ein.
    screenshot/derstandard.at

    Offizielles Statement zu den Übernahmegerüchten: "Unter vielen Unsinnigkeiten, die uns medial in unserer 18-jährigen Unternehmensgeschichte zu Ohren gekommen sind, nimmt diese eine Spitzenposition ein.

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