Die Schweiz verliert allmählich ihre Gletscher

22. März 2006, 19:28
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Insgesamt schrumpften 84 von 91 beobachteten Gletschern - Triftglet­scher zog sich in der Mess­periode 2004/05 um 216 Meter zurück

Bern - Der Gletscherschwund hält in der Schweiz unvermindert an. In der Messperiode 2004/05 schrumpften 84 von 91 beobachteten Gletschern, sieben veränderten ihre Zungenpositionen nicht.

Am stärksten schmolz die Zunge des Triftgletschers im Kanton Bern, der sich um 216 Meter zurückzog, berichtete die Glaziologische Kommission der Akademie der Naturwissenschaften am Mittwoch. An zweiter Stelle folgte der Große Aletschgletscher im Wallis mit 66 Metern Schwund.

Zusätzlich zu den Längenmessungen bestimmten die Fachleute im Herbst 2005 auch den so genannten Massenhaushalt zwischen Schneezuwachs und Eisabtrag an Basodino (Tessin), Gries (Wallis) und Silvretta (Graubünden). Dabei zeigte sich, dass alle drei erheblich an Masse verloren hatten.

Geringe Niederschläge im Winter 2004/05

Diese Entwicklung sei vor allem auf die geringen Niederschläge des Winters 2004/05 zurückzuführen. Der Massenhaushalt gibt im Gegensatz zur Zungenlänge die klimatischen Verhältnisse des jeweils vergangenen Jahrs unverzögert wieder.

Die jährlichen Messungen führt die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich mit kantonalen Stellen, Bundesämtern und Privaten durch. Unterstützung erhält sie dabei von der Glaziologischen Kommission. In der Schweiz gibt es rund 1.800 größere und kleinere Gletscher. (APA/sda)

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    Der Aletsch-Gletscher, gesehen vom Jungfraujoch.

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