Erstmals wieder Eiswein aus Italien

14. März 2006, 12:20
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Apennin-Halbinsel will uralte Tradition wieder aufleben lassen. Experten sprechen von einer riskanten Entscheidung, da die Temperaturen nicht so niedrig sind wie in Nordeuropa

Rom - Nach fast 2.000 Jahren wird es in Zukunft wieder Eiswein aus Italien geben. Während der erlesene Rebsaft normalerweise eher in Österreich, Deutschland und Kanada getrunken wird, will jetzt auch die Apennin-Halbinsel eine uralte Tradition aufleben lassen und mit der süßen Spezialität Sommeliers verwöhnen.

Vorreiter sind derzeit Weinbauern in der Val di Susa im Piemont und der junge Weinproduzent Massimiliano Croce in Castell'Arquato in der Emilia Romagna, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. "Eine riskante Entscheidung, da die Temperaturen in Italien nicht so niedrig sind wie in Nordeuropa", hieß es.

Ursprung in Italien

Dabei kommt der Eiswein eigentlich aus Italien. Schon der Dichter Martial (40-102) erzählte von Weinbauern, die im November froststarrende Trauben ernteten. Etwa zur gleichen Zeit beschrieb Plinius der Ältere bestimmte Rebsorten: "Sie werden nicht eher gelesen, bis es gefroren hat." Dann geriet der Wein, dessen Trauben erst im Winter geerntet werden, in Vergessenheit, bis er Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich wieder auftauchte.

Der Dessertwein aus der Emilia Romagna hat den klingenden Namen "Emozioni di ghiaccio" (Eis-Emotionen) und besteht aus Malvasia- und Moscato-Trauben. Das piemontesische Tröpfchen soll hingegen in den kommenden Wochen pünktlich zu den Olympischen Spielen in Turin produziert werden - in limitierter Auflage von zunächst nur 200 Flaschen. (APA/dpa)

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