Generationswechsel beim 37. Ungarischen Filmfestival

14. Februar 2006, 11:42
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Die Regisseure György Palfi für die Amour-Fou-Koproduktion "Taxidermia" und Szabolcs Hajdu wurden ausgezeichnet, Istvan Szabo nicht

Budapest - Mit den Hauptpreisen beim 37. Ungarischen Filmfestival in Budapest sind am Dienstagabend der von der Wiener Firma Amour Fou co-produzierte Spielfilm "Taxidermia" von György Palfi und "Feher tenyer" (Weiße Hand) von Szabolcs Hajdu ausgezeichnet worden. Einen Besucherrekord erzielte der Film "De kik azok a Lumnitzer növerek?"(Wer sind denn nun diese Lumnitzer-Schwestern?) von Perter Bacso.

Surrealismus und historische Tatsachen

"Taxidermia" hat gleich mehrere Preise gewonnen: Neben dem Großen Preis wurde der in Ungarn und Wien gedrehte Streifen auch mit dem Gene Moskowitz Prize (dem Preis der internationalen Filmkritik) ausgezeichnet, darüber hinaus gingen auch zwei Darstellerpreis und der Preis für das Beste Visual Design an den Streifen.

"Taxidermia" ist eine ungarisch-österreichisch-französische Koproduktion und der zweite Spielfilm von Györgi Pálfi, der mit seinem Debüt "Hukkle - Das Dorf" zahlreiche internationale Auszeichnungen gewonnen hat. Der Film beginnt in Ungarn während des Zweiten Weltkriegs und erzählt die Geschichte dreier Generationen. "Surrealismus und historische Tatsachen vermischen sich zu einem phantastisch märchenhaften Realismus", heißt es in einer Aussendung von Amour Fou.

Szabo und die Vergangenheit

Als einen Durchbruch auf dem Budapester Filmfestival bezeichneten die Medien am Mittwoch "den durchschlagenden Erfolg der jungen Generation". Dazu gehört der Regisseur Szabolcs Hajdu, der mit seinem Film "Feher tenyer" die Geschichte eines Turners erzählt und bereits zahlreiche Einladungen zu internationalen Filmfestivals erhielt, sowie György Palfi.

Der Film des Oscar-Preisträgers Istvan Szabo "Rokonok" (Die Verwandten), mit dem das Filmfestival eröffnet wurde, hat dagegen keinerlei Anerkennung erhalten. Szabo ("Mephisto") war kurz vor dem Festival nachgewiesen worden, dass er als Student der Budapester Filmhochschule in den 50er und 60er Jahren für den ungarischen kommunistischen Geheimdienst eine Spitzeltätigkeit ausgeübt hatte. Rund 50.000 Zuschauer sahen die einzelnen Veranstaltungen des Festivals. (APA/red)

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