Hoffen auf "Kurswechsel"

5. März 2006, 20:42
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Verein in Sorge um Klimt-Atelier in Hietzing, Villa ist seit 1954 Eigentum der Republik Österreich

Wien - Was aus der Villa in Hietzing wird, in der Gustav Klimt ein Atelier hatte, ist nach wie vor unklar. Markus Landerer vom Verein Gedenkstätte Gustav Klimt hofft auf einen "Kurswechsel" der Republik, der die Villa gehört.

Die Rückgabe der fünf Klimt-Bilder könne, sagte Landerer am Montag, Stimmung für "wenigstens den Erhalt des Ateliers" machen - der Verein fürchtet den Verkauf der Liegenschaft: "Dies umso mehr, als es sich bei den für die Klimt-Bilder kolportierten Beträgen von 250 Millionen Euro vergleichsweise um einen lächerlichen Betrag von etwa zwei Millionen Euro für den Erhalt der Villa handelt." Damit könnte das Gebäude renoviert werden.

Haus in Unter St. Veit

1998 war es einer Initiative von Anrainern gelungen, die in das Erdgeschoß der Klimt-Villa integrierten Räume als Klimts letztes und einzig erhaltenes Gartenhaus-Atelier zu identifizieren. Klimt hatte 1912 ein ebenerdiges, kleines Haus in einem Garten der Feldmühlgasse in Unter St. Veit gemietet. Die neubarocke Villenarchitektur, die darübergebaut wurde, stammt erst aus dem Jahr 1923.

Die rund 5500 Quadratmeter große Liegenschaft befindet sich seit 1954 im Eigentum der Republik Österreich und ist seit Dezember 2000 als "historisches Objekt" anerkannt. Seither wurde immer wieder ein Verkauf in Erwägung gezogen.

Nun sucht der Verein nach einem Unterstützungskomitee, das sich für den Erhalt und Verbleib des Ateliers im öffentlichen Eigentum einsetzen will. Und man will wieder einmal beim Wirtschaftsministerium vorsprechen, um eine aktuelle Stellungnahme zu erhalten. (APA; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.2.2006)

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    Nach wie vor ist unklar, was mit der Klimt-Villa geschehen soll

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