Pressestimmen: Dzurinda als "Verteidiger der Zivilgesellschaft"

1. März 2006, 13:57
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Slowakische Zeitungen über die Regierungskrise

Bratislava - Die Entscheidung der slowakischen Christdemokraten (KDH), die Regierungskoalition wegen eines Konflikts um einen Vertrag mit dem Vatikan (Gewissensfreiheit für Katholiken) zu verlassen, ist am Dienstag Thema bei Kommentatoren in der Slowakei:

  • Die linksliberale Tageszeitung "Pravda": "Der Verlauf des Streites beweist, dass (Mikulas) Dzurindas Slowakische Demokratische und Christliche Union (SDKU) auf den Konflikt besser vorbereitet war als die Christdemokraten (KDH). Das Team des Premiers musste schon mit der Reaktion von KDH 'rechnen' ... Die Entscheidung über das Ende der Koalition wird doch nicht in zwei Tagen vorbereitet ... Wenn der Premier der Forderung der Christdemokraten, den Vertrag mit dem Vatikan der Regierung vorzulegen, nicht nachgegeben hat, dann offensichtlich deswegen, weil er schon vorher das Terrain gut vorbereitet hatte: entweder in Richtung des Überlebens einer Minderheitsregierung oder in Richtung vorgezogene Wahl."

  • Die liberale Tageszeitung "Sme": "Jeder bekommt das, was er verdient: KDH wird in die Parlamentswahl mit einer langen Liste von Kompromissen gehen, die sie bisher im Namen des Überlebens der Regierung machte und mit einem Kompromiss, den sie nicht machte und damit die Regierung 'zertrümmerte'. Dzurindas SDKU wird in die Parlamentswahl mit einer langen Liste von Reformen gehen und mit dem Bonus des Verteidigers der Zivilgesellschaft."

  • Die Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny": "Die Christdemokraten traten mit dem Mann in Konflikt, der sich zum politischen Technokraten par excellence entwickelt hat ... Schon heute ist klar, das Mikulas Dzurinda versuchen wird, auch ohne Christdemokraten bis zur regulären Parlamentswahl an der Macht zu bleiben. Der Zerfall der Regierung würde nämlich die oppositionelle Smer (Richtung) stärken." (APA)
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