Sharpcast präsentiert Foto-Organizer für Handy und PC

16. Februar 2006, 08:45
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Neue Server-Lösung aus Kalifornien - Alle Dokumente in Echtzeit synchron halten

Der digitale Alltag verteilt sich auf eine immer größere Zahl von Geräten: So sollen etwa bestimmte Texte, Musiktitel und Fotos auf dem Schreibtischcomputer ebenso verfügbar sein wie auf dem Handy, dem Kleincomputer (PDA) oder einem USB-Stick. Wie aber kann man alle Daten auf allen Geräten in Echtzeit - also sofort nach jeder Änderung - auf dem aktuellen Stand halten?

"Bis jetzt hat das noch niemand geschafft"

"Große Unternehmen reden schon lange darüber, wie dies erreicht werden kann, aber bis jetzt hat das noch niemand geschafft", sagt Gibu Thomas, Mitbegründer und Vorstandschef des kalifornischen Unternehmens Sharpcast. Dessen 20 Mitarbeiter haben in mehr als zwei Jahren seit der Firmengründung eine Lösung entwickelt, wie eine Synchronisierung völlig automatisch über alle Dateiformate und Geräte hinweg im Hintergrund ablaufen kann.

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Dabei fungiert ein von Sharpcast eingerichteter Server als Vermittler. Wenn eine Datei auf dem Schreibtischcomputer erstellt wird, wird sie automatisch auch auf dem Sharpcast-Server gespeichert. Wird dieses Dokument dann auf einem anderen Gerät geändert, erkennt dies der Server und aktualisiert auch das Dokument auf dem Desktop-Computer, sobald dieser am Internet angeschlossen ist.

Ein Zugriff auf die Dokumente ist auch über das Web möglich. Dabei können einzelne Dateien auf Wunsch öffentlich verfügbar gemacht werden, so dass sie sich von Freunden oder in Arbeitsgruppen nutzen lassen.

Foto-Organzier

Sharpcast präsentiert sein erstes Produkt, einen Foto-Organzier, in dieser Woche auf der Fachmesse DEMO '06 in Phoenix, Arizona. Thomas zeigt, wie das Programm einzelne Fotos importiert und kurz darauf auf dem mit dem Internet verbundenen Handy auftauchen. Dann nimmt er mit dem Kamera-Handy ein Foto auf, was dann sofort auf dem PC erscheint. Wenn er dieses Foto noch um eine Bildunterschrift ergänzt, wird auch die auf dem PC eingetroffene Datei entsprechend aktualisiert.

"Alle meine Änderungen werden in Echtzeit synchron gehalten", sagt der Firmenchef. "Die Idee ist, dass man an jedem Gerät dort weitermachen kann, wo man an einem anderen Gerät aufgehört hat."

Sharpcast will den Dienst in einer Basisversion kostenlos anbieten. Für mehr Speicherplatz oder größere Bandbreite sollen dann Gebühren erhoben werden.

Die nächste Killer-Applikation?

Der IT-Marktforscher Rob Enderle hält die Sharpcast-Lösung für viel versprechend: "Je nachdem, welche Art von Dateien und welche Datenmenge so bewegt werden können, könnte das wirklich die nächste Killer-Applikation werden."

So könnte die Sharpcast-Plattform in Anwendungen anderer Unternehmen integriert werden. Geplant ist auch die Unterstützung weiterer Betriebssysteme - bisher funktioniert die Synchronisierung nur mit Windows XP auf dem PC und Windows Mobile auf dem Handy oder PDA. Der Zugriff auf Dokumente, die auf dem Sharpcast-Server im Web abgelegt werden, ist aber unabhängig von Betriebssystem und Browser möglich. Für eine wirklich nahtlose Synchronisierung unabhängig von der Anwendung, mit der Dokumente erstellt werden, wäre eine breite Unterstützung von Software-Herstellern wünschenswert, sagt Tim Bajarin vom Beratungsunternehmen Creative Strategies.

Zahlreiche Lösungen

Für die Synchronisierung von E-Mail, Terminen und Adressen zwischen PC und Handy gibt es eine Vielzahl von Lösungen. Um Dokumente etwa zwischen Arbeitsplatz und Privat-PC auf dem gleichen Stand zu halten, wird meist die E-Mail-Übertragung, gelegentlich auch ein Server als Zwischenspeicher verwendet. Keine bisherige Lösung funktioniert nach Einschätzung von Analysten aber so nahtlos und unauffällig wie die Sharpcast-Entwicklung. "Sie haben das in einer Weise umgesetzt, die von Verbrauchern gut verstanden wird, so dass man keine ganze IT-Abteilung im Haus haben muss, um diese Lösung umzusetzen", sagt Michael Gartenberg vom Marktforschungsinstitut Jupiter Research.

Sharpcast führt erste Gespräche mit Unternehmen aus der Mobilfunkbranche, damit diese die Synchronisierung übernehmen. Aber Thomas, der früher bei Palm tätig war und auch dort schon Verhandlungen mit Mobilfunkanbietern führte, will nichts überstürzen und sich zunächst auf die Weiterentwicklung der Kerntechnik konzentrieren.(Von Matthew Fordahl/AP)

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