Neuer Vorschlag für Adele-Ankauf

10. Juli 2006, 11:40
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Hubertus Czernin plädiert für eine Baustein-Aktion samt Stiftung

Wien – Die fünf Klimt-Bilder, die an die Erben nach Ferdinand Bloch-Bauer restituiert werden, befinden sich nun im Depot der Österreichischen Galerie. Einen Termin für den Abtransport hat US-Anwalt E. Randol Schoenberg aber noch nicht genannt. Im Hintergrund versucht man weiterhin, das eine oder andere Gemälde zu erwerben: "Die Hoffnung gibt der Mensch nie auf", so Direktor Gerbert Frodl.

Am Montag schlug der Publizist und Verleger Hubertus Czernin, der den Fall Bloch- Bauer 1998 für den Standard recherchiert hatte, eine Baustein-Aktion für den Ankauf des auf 100 Millionen Euro geschätzten Porträts Adele Bloch-Bauer I vor – nach dem "Motto: fünf Millionen Österreicher zahlen je 20 Euro". Organisiert werden sollte sie von den Tageszeitungen, von den Banken, vom ORF und von anderen Interessengruppen. "Das Geld müsste an eine zu gründende Stiftung gehen, die das Bild dann der Österreichischen Galerie als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt."

Czernin über seine Beweggründe: "An und für sich gehöre ich zu jenen, die schon lange der Meinung sind, dass sich die fünf Klimt-Bilder sehr gut in ausländischen Museen machen werden und dort wahrscheinlich von mehr Österreichern gesehen werden könnten als im Oberen Belvedere. Seit der Verweigerung der Bundesregierung, in Verhandlungen mit den Erben zu treten, bin ich aber dabei, meine Ansicht, zumindest was das Bildnis Adele Bloch-Bauer I betrifft, zu überdenken. Weil es der Wunsch von Adele und Ferdinand Bloch-Bauer war und von Maria Altmann und den anderen Erben nach wie vor ist, dass dieses Gemälde im Belvedere bleiben sollte." Er, Czernin, ist überzeugt, dass die Idee den Erben "sehr gefallen würde". (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2006)

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