Weltweiter Aufschwung in der Landwirtschaft

22. März 2006, 11:07
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Die Anbaufläche wuchs im Jahr 2005 auf 90 Millionen Hektar, was einem Zuwachs von elf Prozent gegenüber 2004 entspricht

Wien - Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist weltweit im Aufschwung. Wie aus einer im Jänner veröffentlichten Statistik der internationalen Biotechnik-Agentur ISAAA hervorgeht, umfasste die Anbaufläche im Jahr 2005 90 Millionen Hektar, was einem Zuwachs von elf Prozent gegenüber 2004 entspricht. Der größte Anteil entfiel auf herbizidtolerante Sojabohnen, die 60 Prozent des GVO-Anbaus ausmachen.

Der Anteil von genmanipulierten Pflanzen in der Landwirtschaft nahm innerhalb eines Jahrzehnts kontinuierlich zu. Seit der Kommerzialisierung von GVO-Anbau im Jahr 1996 gab es einen jährlichen Zuwachs im zweistelligen Bereich, errechnete die ISAAA. Seitdem ist die Anbaufläche auf das Fünfzigfache gewachsen - von 1,7 Millionen Hektar in sechs Ländern auf 90 Millionen Hektar in 21 Ländern im Jahr 2005.

Auch in mehreren EU-Ländern geht der Trend in Richtung GVO-Anbau. Beispielsweise wurde im vergangenen Jahr erstmals in der Tschechischen Republik Bt-Mais ausgebracht. Damit wird die Landwirtschaft mit transgenen Pflanzen bereits in fünf EU-Ländern betrieben. Neben Tschechien werden genmanipulierte Sorten in Spanien, Deutschland, Frankreich und Portugal verwendet.

Spanien ist Gentechnik-Mega-Country

In Deutschland wird bereits im sechsten Jahr auf einer Fläche von insgesamt 345 Hektar transgener Mais angebaut. Spanien zählt sogar zu den weltweit 14 Gentechnik-"Mega Countries" mit einer Anbaufläche von mehr als 50.000 Hektar. Zu dieser Runde gehören auch die USA, Argentinien, Brasilien, Kanada, China, Paraguay, Indien, Südafrika, Uruguay, Australien, Mexiko, Rumänien und die Philippinen.

Brasilien verzeichnete 2005 den stärksten Zuwachs: Die Anbaufläche für transgene Sojabohnen vergrößerte sich um 88 Prozent auf rund 9,4 Millionen Hektar. Indien zeigte mit einem nahezu dreifachen Anstieg das größte proportionale Wachstum. Im Jahr 2005 wurden dort 1,3 Millionen Hektar Bt-Baumwolle angebaut - im Vorjahr waren es noch 500.000 Hektar. Weltweit erstmals wurde 2005 nach Angaben von ISAAA im Iran gentechnisch veränderter Reis kommerziell angebaut. (APA)

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ISAAA
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    Der polnische Europa-Abgordnete Janusz Wojciechowski und der Grüne Abgeordnete Wolfgang Pirklhuber während einer Global 2000-Aktion für Gentechnikfreie Zonen in Brüssel.

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