Republik soll "wenigstens Klimts Atelier erhalten"

27. Februar 2006, 09:55
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Verein hofft nun auf "Kurswechsel": Für den Erhalt der "Klimt-Villa" werde ein "vergleichsweise lächerlicher Betrag" von 2 Millionen benötigt

Wien - Auf einen "Kurswechsel" der Republik Österreich bezüglich der Hietzinger "Klimt-Villa" hofft nun Markus Landerer vom Verein Gedenkstätte Gustav Klimt. Das Gebäude mit dem letzten Atelier Klimts, das erst 1998 als solches erkannt wurde, steht derzeit im Eigentum des Bundes und wird vom Verein als Gedenkstätte und Veranstaltungsort betrieben. Trotz Befürchtung eines Verkaufs der Liegenschaft ist Landerer optimistisch, dass die Rückgabe der fünf Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere Stimmung für "wenigstens den Erhalt des Ateliers" machen werde.

Betrag von etwa 2 Millionen Euro für den Erhalt der Villa benötigt

Nachdem die Republik Österreich auf einen Ankauf der Bilder verzichtet hat, sieht der Verein eine neue Chance zur Erhaltung der Gedenkstätte Klimts. In einer Aussendung des Vereins heißt es dazu: "Dies umso mehr, als es sich bei den für die Klimt-Bilder kolportierten Beträgen von 250 Millionen Euro vergleichsweise um einen lächerlichen Betrag von etwa 2 Millionen Euro für den Erhalt der Villa handelt". Damit könnte das Gebäude renoviert werden, so Landerer.

Letztes und einzig erhaltenes Gartenhaus-Atelier

Die Vorgeschichte: 1998 gelang es einer Initiative von Anrainern, die in das Erdgeschoss der Klimt-Villa integrierten Räume als Klimts letztes und einzig erhaltenes Gartenhaus-Atelier zu identifizieren. Klimt hatte 1912 ein ebenerdiges, kleines Haus in einem Garten der Feldmühlgasse in Unter St. Veit gemietet. Die neubarocke Villen-Architektur, die darüber gebaut wurde, stammt erst aus dem Jahr 1923. Die rund 5.500 Quadratmeter große Liegenschaft befindet sich seit 1954 im Eigentum der Republik Österreich und ist seit Dezember 2000 als "historisches Objekt" anerkannt. Seither wurde immer wieder ein Verkauf seitens des Bundes in Erwägung gezogen, wobei allerdings eine Auflage zur Erhaltung der Gedenkstätte vorgesehen sein soll.

Nun sucht der Verein nach einem Unterstützungskomitee, das sich für den Erhalt und Verbleib des Ateliers im öffentlichen Eigentum einsetzen will. Landerer: "Noch dazu, wo der Aufwand der Renovierung etwa im Vergleich zum eben fertig gestellten Mozarthaus Vienna wesentlich geringer wäre. Und überdies könnten wir auch originale Einrichtungsstücke von Josef Hoffmann, die sich in Privatbesitz befinden, ins Atelier stellen. Zudem haben wir zwei originale Fotos von Moritz Nähr, die das Atelier Klimts dokumentieren."

Der Verein werde demnächst wieder einmal beim Wirtschaftsministerium vorsprechen, um eine aktuelle Stellungnahme zu erhalten, so Landerer. (APA)

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    screenshot: klimt.at
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