Poststempel für Firmenmails

22. Februar 2006, 10:22
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AOL und Yahoo starten kostenpflichtigen E-Mail-Sicherheitsservice

Um sicherzugehen, dass ihre E-Mails ankommen, sollen Unternehmen bald ein elektronisches Pendant zum Poststempel bekommen. AOL und Yahoo, zwei der größten Mail-Provider weltweit, wollen ein System einführen, bei dem Unternehmen zwischen 0,25 Cent und einem Dollar-Cent bezahlen, damit ihre E-Mails ankommen. Die Absender können ihre Post nur an Empfänger schicken, die zugestimmt haben, von einer bestimmten Adresse E-Mails zu bekommen, ist dies nicht der Fall, landen die E-Mails im Spam-Ordner oder werden blockiert.

Reduktion

AOL und Yahoo wollen auf diesem Weg Junk-Mails reduzieren und Kriminellen, die Phishing-Mails verschicken, das Handwerk legen. Wird das System von einer breiten Masse akzeptiert, würde das den beiden Internet-Riesen Einkünfte in Millionenhöhe bringen. Zwar wollen AOL und Yahoo auch weiterhin Mails versenden, deren Absender nicht bezahlt haben, diese sollen aber speziell gekennzeichnet werden. Die E-Mails mit "Stempel" sollen direkt im Posteingang landen, ohne Umweg über Spam-Filter. AOL und Yahoo wollen das System nicht nur bei Massenmails, sondern besonders bei Online-Shopping oder der Online-Buchung von Flügen einsetzen.

Kritik

Kritiker befürchten, dass die E-Mail-Provider sowohl ihre Kunden, als auch die Firmen, die E-Mails schicken vor den Kopf stoßen werden. "Wenn zum Beispiel AOL-User ein Mail nicht bekommen oder es ungewollt im Junk-Ordner landet, werden sie sich bei dem Absender beschweren, der ihnen mitteilen wird, dass die Schuld bei AOL liegt", meint Richi Jennings, Analyst bei Ferris Research, gegenüber der New York Times. Es würden sicherlich nicht alle Unternehmen auf das kostenpflichtige System umsteigen, meint Jennings, der elektronische "Poststempel" würde damit ein System von verschiedenen Mail-Klassen schaffen. (pte)

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