Mühsamer Weg eines Mauerblümchens

2. März 2006, 16:13
posten

Ethische Verantwortung wird langsam wichtiger

Wien - Immer mehr Unternehmen - auch in Österreich - verpflichten sich aus Imagegründen freiwillig zur Einhaltung so genannter Corporate-Social-Responsibility-Kriterien. Der Weg zur ethischen Verantwortung von Unternehmen ist jedoch ein langsamer und mühsamer. Die bislang nur vage festgelegten CSR-Kriterien sind etwa ökologisches Wirtschaften, Einhaltung der Menschenrechte, Sicherheit am Arbeitsplatz, Antidiskriminierungsmaßnahmen, Förderung Benachteiligter.

Eine vom Ludwig Bolzmann Institut für Menschenrechte präsentierte Studie zeigt, dass von den insgesamt 310.981 österreichischen Unternehmen erst 250 Betriebe nach CSR-Kriterien handeln, das sind magere 0,8 Prozent. Studienautorin Karin Lukas ist dennoch zufrieden: "Die Einhaltung der Menschenrechte in Unternehmen kann eine Joker-Funktion ausüben", sagt sie. So kämen zum Beispiel immer mehr Fair-Trade-Produkte auf den Markt, die bei den Konsumenten gut angenommen würden, was den Unternehmen nütze.

Ein Promillebereich der heimischen Unternehmen, nämlich 0,01 Prozent oder 43 Firmen haben bisher ihr Handeln auf Menschenrechte fokussiert. Ein "Mauerblümchendasein", wie Christian March von Amnesty International Österreich meint. Optimistischer sieht Roman Mesicek von respACT Austria die Lage in Österreich: "Nicht alle Unternehmen kommunizieren ihre Corporate Social Responsibility nach außen." Daher gebe es wahrscheinlich viel mehr Firmen, die sich bereits an CSR-Kriterien orientierten. (Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2006)

Share if you care.