Verkäufer gesucht

9. März 2006, 19:06
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Serbische Polizei fahndet nach Bogoljub Karic - dessen Anwälte lassen wissen, dass er sich im Ausland aufhalte

Belgrad - In der Affäre um den von österreichischen Investoren erworbenen serbischen Mobilfunkbetreiber Mobtel wird seit Samstag auch nach dem Verkäufer, dem serbischen Geschäftsmann Bogoljub Karic gefahndet. Karic wurde am Samstag von der Polizei zwecks Einvernahme wegen Amtsmissbrauches bei Mobtel vorgeladen. Er ist allerdings nicht erschienen, meldeten am Wochenende Belgrader Medien.

Die Anwälte von Karic ließen wissen, dass sich der Geschäftsmann im Ausland aufhält, um Unterlagen zu sammeln, welche er am Montag den serbischen Steuerbehörden vorlegen wolle. Der im Land auch wegen seiner politischen Ambitionen umstrittene Geschäftsmann wurde am Donnerstag von den Steuerbehörden wegen vermeintlicher Steuerhinterziehungen 1999/ 2000 angehört.

Ermittlungen gegen die Familie

Karic hatte im Vorjahr seine Mobtel-Anteile an die österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt verkauft. Seit Jahresbeginn laufen bei Mobtel Ermittlungen gegen die Familie des einstigen Mehrheitsbesitzers. Die Polizei hatte vor zwei Wochen auch Haftbefehl für einen Bruder von Bogoljub ausgeschrieben. Sreten Karic soll sich inzwischen in Moskau aufhalten.

Der Schaden, welchen der Staat durch die Finanzmachenschaften der Karic-Familie bei Mobtel zwischen 1994 und 2005 hinnehmen musste, wird indes auf 700 Mio. Euro geschätzt. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 6.2.1006)

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