Schüssel: "Gemälde gehen ja nicht verloren"

10. Juli 2006, 11:40
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Kanzler betont finanzielle Gesten der Regierung

Wien - Österreich hat nach Angaben von Bundeskanzler Schüssel in den vergangenen Jahren mehr als 5000 Kunstgegenstände an die ursprünglichen Eigentümer und deren Erben zurückgegeben. Die Erbengemeinschaft Altmann/Auersperg allein habe 1999 aus der Albertina 16 Klimt-Zeichnungen und 22 weitere Kunstgegenstände zurückerhalten, sagte Schüssel gegenüber dem "Kurier" (Sonntag-Ausgabe).

Eigentümer

Ob er die fünf nun zu restituierenden Klimt-Bilder aus dem Belvedere vermissen werde, wurde Schüssel gefragt. Er antwortete: "Die Gemälde gehen ja nicht verloren. Sie wechseln nur aus einem Museum zu einem anderen Eigentümer und werden hoffentlich auch in Zukunft für die Öffentlichkeit zugänglich sein." Österreich werde österreichische private Kunstkäufer durch steuerliche Anreize unterstützen.

Komplexität

Warum noch viele Restitutionsfälle offen sind, erklärte Schüssel mit der Komplexität der Verfahren. "Gerade die Klimt-Bilder zeigen auch, dass die Fakten sehr vielschichtig und aufwändig zu recherchieren sind." Neben der Frage der Geschwindigkeit bei der Erledigung der Fälle sei auch die Frage der Seriosität und die Gründlichkeit ein wichtiger Aspekt.

Rückgabegesetz

Schüssel betonte, dass es Elisabeth Gehrer (V) gewesen sei, die als zuständige Kulturministerin das Kulturgüter-Rückgabegesetz eingebracht hat, das 1998 einstimmig im Parlament beschlossen wurde. "Mit dem Zwangsarbeiterfonds und dem Entschädigungsfonds wurden von dieser Regierung bedeutende finanzielle Gesten gesetzt." (APA)

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