ÖSV-Adler siegen in Willingen

4. März 2006, 19:52
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Andreas Kofler feiert beim Doppelerfolg seinen ersten Weltcup-Sieg vor Thomas Morgenstern - Schweizer Küttel wurde Dritter

Willingen - Österreichs Skispringer haben am Samstag gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele am Freitag in Turin endlich zugeschlagen: Andreas Kofler feierte in Willingen mit 143 und 138,5 Metern seinen ersten Weltcupsieg und sorgte damit für den ersten Saisonsieg der ÖSV-Adler. Thomas Morgenstern landete nur 3,3 Punkte hinter dem Tiroler auf Rang zwei, womit das erste ÖSV-Double seit Jänner 2003 perfekt war.

Gereifte Sieger

Damals hatte Morgenstern seinen bisher einzigen Weltcupsieg vor Andreas Widhölzl gefeiert. Widhölzl war am 15. Jänner 2005 auf dem Kulm der bisher letzte ÖSV-Weltcupsieger gewesen, die Durststrecke von über einem Jahr ist damit beendet.

Riesenjubel herrschte freilich im ÖSV-Lager, die Athleten hatten schon mehrfach angedeutet, dass sie für den Sieg reif sind, teilweise aber die Trainingsleistungen nicht in den Wettbewerb umsetzen können.

Erleichterung beim Chefcoach

Die Erleichterung war Cheftrainer Alexander Pointner ins Gesicht geschrieben. Der Tiroler hatte unermüdlich betont, dass vor allem Morgenstern und Kofler das Potenzial zum Sieg tragen. "Das tut sehr gut. Es waren tadellose Leistungen von Kofler und Morgenstern, sie haben sehr gute Sprünge gezeigt", freute sich Pointner. "Der harte Weg hat sich gelohnt. Das war in Richtung Olympia sehr, sehr wichtig. Endlich konnten wir unseren Level auch in die Ergebnisse reinbringen."

Einzig die Routine haben den Beiden noch gefehlt, dass habe man ein wenig wettmachen können. "Dass sie das Zeug dazu haben, habe ich immer wieder gesagt." Man habe Kofler, der in Zakopane Training und Qualifikation dominiert hatte, diesmal etwas zurückgenommen.

Für die Olympischen Spiele bringt dieser Doppelsieg freilich einen ganz wichtigen Schub an Selbstvertrauen. "Wir werden von unserer Linie nicht weggehen, aber die Springer können jetzt mit mehr Sicherheit an die Sache herangehen. Die ganze Mannschaft weiß jetzt: Wir können wieder gewinnen." Auch ein Widhölzl, der im ersten, von Wind und Wetter besonders in Mitleidenschaft gezogenen Durchgang, auf dem Vorbau gelandet war, konnte sich mit dem Team mitfreuen.

Widhölzl im Teambnewerb gefordert

"Er wird im Teambewerb am Sonntag eine wichtige Schlüsselposition einnehmen", so Pointner, der nun freilich auch im Mannschaftsbewerb in Willingen zuschlagen will. Allerdings haben auch die Finnen und Norweger sehr starke Teams.

Für die ÖSV-Springer waren es nach Engelberg im vergangenen Dezember (Kofler 3.) und in der vergangenen Woche Zakopane (Morgenstern 3.) die Stockerlplätze drei und vier in der Saison. Rechtzeitig vor Olympia zeigt die Formkurve vor allem der beiden Team-Youngsters nach oben. (APA)

  • Andreas Kofler ziiiiiiieeeeehhht in Willingen.
    foto:epa/zucchi

    Andreas Kofler ziiiiiiieeeeehhht in Willingen.

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