Rockenbauer: "Raucher sind leider viel aggressiver"

22. Februar 2006, 17:02
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Ein Tabakgesetz ohne Strafandrohung ermuntert Raucher zur Rücksichtslosigkeit, sagt Nichtraucheraktivist Robert Rockenbauer im STANDARD-Interview

Standard: Wo soll ein Raucher noch rauchen dürfen?
Rockenbauer: Selbstverständlich in seinem Privatbereich, aber in der Öffentlichkeit hat er, zumindest in geschlossenen Räumen, kein Recht.

Standard:Wäre es nicht sinnvoller, in der Gastronomie eigene Raucherlokale, die klar als solche gekennzeichnet sind, einzuführen statt Nichtraucherzonen?
Rockenbauer: Das würde nicht funktionieren, da es dann zu einer Wettbewerbsverzerrung zuungunsten von Nichtraucherlokalen kommen würde. Wenn, dann müsste es eigene Raucherzonen in Lokalen geben und nicht umgekehrt.

Standard: Reichen die bereits bestehenden Vorschriften zum Nichtraucherschutz nicht aus?
Rockenbauer:Die Gesetze gehen eindeutig zu wenig weit, im Tabakgesetz sind ja nicht einmal Sanktionen vorgeschrieben. Das ist eine Bankrotterklärung der Gesundheitspolitik, die Raucher werden zur Rücksichtslosigkeit ermuntert.

Standard: Manche Nichtraucher gelten aber auch als fanatisch. In der aktuellen Ausgabe Ihrer "Nichtraucherzeitung" werden in einem Leserbrief Raucher als "moralisch verkommene Menschen" und "Asoziale" bezeichnet. Teilen Sie diese Ansicht?
Rockenbauer: Raucher sind zum großen Teil rücksichtslose Menschen, dass sie moralisch verkommen sind, kann man aber nicht sagen. Raucher sind aber leider viel aggressiver und sozial auffälliger, der Anteil der Kriminellen ist unter den Rauchern höher als unter den Nichtrauchern.

Standard: Wie sollte illegales Rauchen bestraft werden?
Rockenbauer: Mindestens 25 Euro Bußgeld. Mit den Einnahmen sollten dann ein noch zu schaffender "Nichtraucheranwalt" finanziert werden. (DER STANDARD-Printausgabe 04./05.02.2006)

Das Gespräch führte Michael Möseneder.

Zur Person:

Der 55-jährige frühere Gele- genheitsraucher Robert Rockenbauer ist Leiter der "Schutzgemeinschaft für Nichtraucher" und arbeitet in Tirol in einer christlichen Buchhandlung.

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    foto: privat
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