Ein Skiberg lockt auch die Wanderer

9. Februar 2006, 16:50
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Der Hegerberg zählt zu den wenigen Skibergen des Wienerwaldes. Höhepunkt der Tour: Das Gipfel-Schutzhaus

Der Hegerberg zählt zu den wenigen Skibergen des Wienerwaldes, ist doch seine Gipfelwiese mit einem Schlepplift erschlossen. Und da man das knapp unter dem Gipfel stehende Schutzhaus mit dem Auto erreichen kann, tummeln sich vor allem am Wochenende bei guter Schneelage viele Skifahrer und Snowboarder auf dem Berg..

In der Wienerwald-Literatur ist der Berg - den man früher Högerberg nannte - etwas vernachlässigt. Vor dem Ersten Weltkrieg stand auf seinem höchsten Punkt eine Warte, von der man eine Aussicht bis zu Ötscher, Schneeberg und zur Donau genoss. Nun muss man schon eine Runde unter dem Gipfel absolvieren, um von den freien Plätzen Sicht in die nahe und ferne Umgebung zu haben. Vom Johann-Enzinger-Haus hat man einen Blick über den nordwestlichen Wienerwald, zum Schöpfl und in das Tullner Becken.

Das Schutzhaus im Gipfelbereich gibt es sei dem Jahre 1930, in den 1970er-Jahren brannte es nieder und wurde 1978 wieder aufgebaut. Zu ihm führen Wege aus allen Himmelsrichtungen. Der beliebteste Anstieg nimmt in Stössing seinen Ausgang, er ist im Winter weniger zu empfehlen, da man im Kammbereich mit starken Schneeverwehungen rechnen muss. Die direkt aus dem Westen, von Fahrafeld ausgehende Route ist vorzuziehen, denn sie verläuft im obersten Teil durch Wald, der den Wind abhält.

Der Weg weist kaum steile Abschnitte auf, man findet auch meist eine sehr gute Spur vor, um sich das Stapfen im tiefen Schnee zu ersparen. Die Runde ist nicht besonders lang, im Schnee jedoch kann man auch so seine Kondition testen.

Die Route: In Fahrafeld (Autobahnabfahrt Böheimkirchen) wechselt man auf einer Brücke ans rechte Ufer des Michelbaches zum Perschlinghof und steigt dann auf der roten Weitwandermarkierung - hie und da auch grüne Marken - teils durch waldige Abschnitte, teils über freie Flächen mit herrlicher Aussicht in etwa 1¾ Stunden zum Gipfel und zum Johann-Enzinger-Haus auf.

Für den Abstieg wählt man die rote Markierung, die anfangs links vom Schlepplift verläuft. Man gelangt zum Gehöft Lielach, hält sich dann an die grüne Markierung, um zum Hummelberg weiterzumarschieren. Nun wechselt man nach links auf die Trasse der Zweiten Wiener Hochquellenwasserleitung, wo ein Stück fast eben dahingeht. Die nun rote Markierung weist Lücken auf, was aber keine Rolle spielt. Später verlässt man nach Erreichen einer Wiese die Trasse nach rechts und steigt auf einem alten Fahrweg ins Tal und zum Ausgangspunkt ab. Gehzeit ab Enzinger-Schutzhaus 1¼ Stunden. (Der Standard, Printausgabe 4./5.2.2006)

Von Bernd Orfer

Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz etwa 350 m. Schutzhaus durchgehend geöffnet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 10.000, Blatt 56 (St. Pölten); Freytag & Berndt Wienerwald Atlas
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