Böse Heidi, dickes Kind

13. März 2006, 15:46
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Eine schwarze Woche für ProSieben - Jetzt sorgen auch die Mädels in Heidi Klums Modelshow für Kummer ...

Eine schwarze Woche für ProSieben: Erst zerschlagen sich die Übernahmeangebote von Springer, dann sorgen die Serienkäufe von "Las Vegas" und "Nip/Tuck" für einen schmerzhaften Quotenbauchfleck. Und jetzt sorgen auch die Mädels in Heidi Klums Modelshow für Kummer.

"Zu dick", urteilte die Jury über eine 56 Kilo schwere und 1,74 Meter große Kandidatin, seither bangen die Deutschen um das Gewicht ihrer Töchter, die Show fördere gar Magersucht. Die Fort- und die Rückschrittlichen tragen ein Gefecht aus, wie es heuchlerischer nicht sein kann: Allen voran die "Bild-Zeitung", die sich einmal mehr als treue Anführerin sinnentleerter Diskussionen präsentiert: Verzweifelte Mütter berichten von ihren magersüchtigen Kindern ("Können Sie sich vorstellen, wie ich mich fühle?"), Psychologen warnen vor übermäßigem Klum-TV-Konsum ("Das Urteil der Jury war geradezu sozial kriminell."), das verschmähte Jungmodel droht mit "bitterer Abrechnung".

Dass im Internet auf derselben Seite Inserate aufscheinen, die "Abnehmen mit Fettkiller" und "Fettabsaugung mit viel Gefühl und Erfahrung" versprechen, mag die Glaubwürdigkeit der Bild dann doch etwas erschüttern. Die Frage "Kann man mit Gummi-Busen ein Topmodel werden?", bringt uns ohnehin zurück in die Wirklichkeit. Was Kolumnist Wagner nur unterstreicht: "Sie (Heidi Klum, Anm.) haben kein Recht, Mädchen unglücklich zu machen. Noch dazu, wenn man so einen Hintern hat wie Sie." (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 4./5.2.2006)

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    foto: prosieben
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