Abspaltung der Post-Immobilien möglich

15. März 2006, 16:39
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Unbestätigten Berichten zufolge hat Post-Chef Wais im Zuge der Börsegang-Vorbereitungen fertige Pläne in der Schublade und potenzielle Käufer an der Hand

Wien - Im Zuge der Vorbereitungen zum Post-Börsegang werden im ÖIAG-Aufsichtsrat auch Möglichkeiten eines Verkaufs der Post-Immobilien diskutiert, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner aktuellen Ausgabe. Pläne dafür lägen bereits in der Schublade. Der Marktwert der Post-Immoblilien liege laut internen Schätzungen bei rund einer Milliarde Euro. In der zuletzt veröffentlichten Post-Bilanz seien sie mit einem Buchwert von 490 Mio. Euro angesetzt.

Ein rascher Immobilienverkauf wäre laut "Format"-Angaben problemlos möglich. Post-General Anton Wais habe nicht nur fixfertige Veräußerungspläne in der Schublade, sondern auch einen potenziellen Käufer an der Hand. Das gehe aus einem vorliegenden Antrag des Vorstands an den Aufsichtsrat vom 5. Juli 2004 hervor.

Dort heißt es laut dem Magazinbericht: "Der Vorstand stellt den Antrag, der Aufsichtsrat möge den Verkauf von 227 Objekten mit einer Gesamtfläche von 212.750 Quadratmetern und einem Buchwert von 76,9 Millionen Euro zu einem Verkaufspreis von 128 Millionen Euro an die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG zu den oben genannten Bedingungen genehmigen." In dem Immobilienpaket sei auch die Post-Zentrale im ersten Bezirk enthalten. Der Verkauf sei damals aus strategischen Gründen auf Eis gelegt worden. Das Interesse an den Post-Immobilien sei jedenfalls enorm.

Keine Bestätigung

Weder von Seiten des Post-Vorstandes noch von ÖIAG-Chef und Post-Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis hat das Magazin eine Bestätigung bekommen. "Aus prospektrechtlichen Gründen dürfen wir zu Details über den Börsengang der Post keine Stellungnahmen abgeben", sagte Michaelis. "Wenn das so stimmt, dann wäre das eine unfassbare Schweinerei", wird der Betriebsratsvorsitzende der Post, Gerhard Fritz, zitiert.

Der Geschäftsführer der Post und Telekom Immobiliengesellschaft, Martin Kutschera, managt laut Format-Angaben gemeinsam mit seinen 245 Mitarbeitern insgesamt 2.800 Objekte mit 1,6 Millionen Quadratmetern Nutzfläche. Dabei handle es sich nicht nur um Postämter und Logistikzentren, sondern auch um einige "immobile Schmuckstücke" - darunter etwa die Zentrale der Post in der Wiener Postgasse 8. "Wir bekommen laufend Anfragen von Kaufinteressenten", so Kutschera zum "Format". Das Objekt stehe aber nicht zum Verkauf. (APA)

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    Der Marktwert der Post-Immoblilien liege laut internen Schätzungen bei rund einer Milliarde Euro.

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