US-Games-Hersteller in Bedrängnis

11. März 2006, 14:23
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Electronic Arts entlässt 200 Mitarbeiter

Die führenden US-Videogames-Produzenten Electronic Arts (EA), Activision und THQ kämpfen derzeit mit schlechten Zahlen. Alle Unternehmen mussten sich mit enttäuschenden Verkaufszahlen auseinandersetzen. EA verbuchte im vergangenen Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang. Das Ergebnis fiel von 375 Mio. auf 259 Mio. Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Hersteller zieht nun eine erste Konsequenz und entlässt 200 seiner Mitarbeiter. "Wir sehen das als wichtigen Schritt im Hinblick auf die Zukunft des Unternehmens, es handelt sich hier vor allem um einen Übergangszeitraum", so Tiffany Steckler, EA-Communications Director Europe gegenüber pressetext.

Unsicher

Ausschlaggebend für die unsichere Geschäftslage sei die Einführung neuer Spielekonsolen wie der Xbox 360 und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten in den vergangenen Monaten, heißt es von den Games-Herstellern. Sie gehen auch davon aus, dass viele Kunden darauf warten, bis Sony und Nintendo ihre neuen Konsolen auf den Markt gebracht haben. Besser läuft es derzeit nur für jene Händler, die gebrauchte Spiele vertreiben. "Wir sehen diesen Übergang als Chance unsere Leute sowie unsere Technologie und Investitionen entgegen unserer strategischen Wachstumsziele auszurichten", erklärte Steckler. Es gehe vor allem um eine Umstrukturierung der Ressourcen. Schon in der Vergangenheit hatte es in solchen Übergangsphasen Entlassungen bei EA gegeben.

Online-Games auf dem Vormarsch

Derzeit befindet sich besonders das Online-Gaming auf dem Vormarsch, woraus die US-Hersteller allerdings bisher keinen Profit machen konnten. Es sind vermehrt europäische und asiatische Unternehmen, die auf dem Sektor Gewinne einfahren. Vom Verkauf gebrauchter Spiele haben die großen Produzenten in Übersee ebenso wenig Vorteil. Umso mehr freuen sich Händler wie GameStop - der zweitgrößte Spieleverkäufer nach Wal Mart - über die verstärkte Nachfrage nach Secondhand-Games. Als grundsätzliche Gefahr für die Branche sieht sich der Händler nicht.(pte)

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