Neue Heilmittel aus der Tiefe des Meeres

4. Februar 2006, 14:30
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Deutsches Forschungsprojekt untersuchte Substanzen aus Meeresorganismen auf medizinische Wirkung

Greifswald/Rostock - Neue Heilmittel aus der Tiefe des Meeres sind von Wissenschaftern der Universität Greifswald um Prof. Ulrike Lindequist (Institut für Pharmazie) und Prof. Frieder Schauer (Institut für Mikrobiologie) und der Universität Rostock entdeckt worden. Algen und andere Meeresorganismen als natürliche Quelle medizinischer Wirkstoffe wurden in einem dreijährigen Forschungsprojekt ermittelt.

Die Greifswalder Wissenschafter untersuchten mehr als 300 Algen, Pilze, Muscheln, Schnecken und Würmer. Sie isolierten aus ihnen verschiedene Substanzen, die teilweise erfolgreich auf ihre Wirkung gegen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze sowie gegen Tumorzellen geprüft oder auch als förderlich für Knochen- und Hautzellen erkannt wurden.

Analyse und Herstellung

Mehrere neue Substanzen aus marinen Organismen wurden daraufhin in Rostock analysiert und in größeren Mengen hergestellt. Im Rahmen des Forschungsprojektes konnte aus Enzymen des Zinnoberschwamms ein neues, international patentiertes Hautheilpräparat entwickelt werden, das kurz vor seiner Markteinführung steht.

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Forschungsprojekts eine neue Technologie zur Herstellung eines biologisch abbaubaren Proteinklebers entwickelt, der dem sehr wirksamen Klebstoff der Miesmuscheln, die sehr fest etwa an Holz anhaften können, nachempfunden ist. Der neue Proteinkleber soll nach einer Verträglichkeitsprüfung schon bald für das Verheilen von inneren Wunden nach chirurgischen Eingriffen oder von verletzten Knochenteilen eingesetzt werden. (APA/AP/red)

  • Der nördliche Zinnoberschwamm ist ein Pilzgeflecht, dessen Enzyme zur Aushärtung von Proteinklebern in der Wundheilung verwendet werden können.
    foto: dr. thomas schöpke

    Der nördliche Zinnoberschwamm ist ein Pilzgeflecht, dessen Enzyme zur Aushärtung von Proteinklebern in der Wundheilung verwendet werden können.

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