Viel Potenzial für neues Gasfeld bei Gänserndorf

22. März 2006, 14:37
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4 Milliarden Kubikmeter Erdgas sind "konservative Schätzung" des Erdgasfelds bei Straßhof - OMV hofft auf ein Vielfaches davon

Wien - Das Gasfeld bei Gänserndorf, das die OMV im vergangenen Jahr als den "größten Gasfund seit 20 Jahren" gefeiert hat, könnte sich als viel ergiebiger herausstellen als bisher angegeben. Bei einem Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer bei einer Probebohrung am Donnerstag schloss Reinhart Samhaber, Chef der OMV-Explorationstochter nicht aus, dass der Fund "in die Größenordnung der bisher größten Gasfelder in Österreich" kommen könnte.

Dies würde bedeuten, dass man die bisher angegebene Schätzung - 4 Mrd. Kubikmeter Erdgas - vervielfachen müsste. Das bisher größte (mittlerweile ausgeförderte) österreichische Erdgasfeld bei Zwerndorf hatte etwa 25 Mrd. Kubikmeter beherbergt. Ende März sind auf Basis der Ergebnisse der Erweiterungsbohrung genauere Befunde möglich, erklärte Samhaber.

20 Prozent mehr Produktion

Die neuen Funde, die durch den Einsatz einer hoch modernen Technologie (3 D Seismik) ermöglicht worden sind, erlauben es, die österreichische Produktion in den nächsten fünf Jahren um 20 Prozent zu steigern. Damit wird sie etwas stärker als der Inlandsverbrauch steigen. 2005 hat die OMV in Österreich erstmals sei vielen Jahren mehr Gas aufgefunden als gefördert, sagte der für Exploration und Produktion (E&P) zuständige OMV-Vorstand Helmut Langanger,

Trotz der jüngsten Entdeckungen kann sich Österreich aber zu höchstens einem Viertel mit eigenem Erdgas versorgen. Die OMV hat im vergangenen Jahr im Inland 1,25 Mrd. m3 gefördert und damit 15 Prozent des heimischen Bedarfs abgedeckt. Etwa 60 Prozent des österreichischen Erdgasverbrauchs stammen aus Russland.

Gasaufbereitungsanlage erfordert Investition

Die Erweiterungsbohrung Strasshof T5 soll nun das Potenzial des Gasfelds bei Gänserndorf klären helfen. Die Vorbereitungen auf die Produktion sind zeitaufwendig, die Gasförderung kann daher erst 2009 aufgenommen werden, sagte Langanger. Die dafür notwendige Gasaufbereitungsanlage werde eine Investition von 150 Mio. Euro erfordern.

Das Gas, das in mehreren tausend Metern Tiefe lagert, ist etwa ein Zehntel giftiges Sauergas, das Schwefel und vor allem Kohlendioxid enthält. Da die Emission von Kohlendioxid kostspielige Zertifikate vonnöten macht, plant die OMV, das im Verarbeitungsprozess entstehende Kohlendioxid wieder in den Boden zu pressen. "Das wäre das erste Mal, dass diese Technik in Europa angewandt würde", sagte Samhaber.´(APA)

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    Die neuen Funde, die durch den Einsatz einer hoch modernen Technologie ermöglicht worden sind, erlauben es, die österreichische Produktion in den nächsten fünf Jahren um 20 Prozent zu steigern.

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