Stammtisch statt Reisebüro

19. Juni 2006, 14:52
posten

Laut einer Umfrage verlassen sich die Österreicher bei der Urlaubsplanung lieber auf Erzählungen von Freunden

Wo es im Urlaub hingehen soll, das entscheidet die Mehrheit der Österreicher nicht anhand von Hochglanzprospekten: Einer Studie des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT Wien) zufolge verlassen sie sich lieber auf Erzählungen von Freunden, Bekannten und Verwandten, und auf die eigene Erfahrung.

Nur zwei Prozent der Umfrageteilnehmer nutzten demnach Messen oder Ausstellungen für die Planung ihrer jüngsten Urlaubsreise, drei Prozent zogen dafür Reiseberichte im Fernsehen oder in Zeitungen heran. 16 Prozent nannten als Quelle die Kataloge von Reiseveranstaltern. Für die meisten Befragten aber - 25 Prozent - findet Urlaubsplanung mit Hilfe von Freundeskreis und Familie statt, und 24 Prozent setzen auf eigene Erfahrungen.

Spezialangebote und Städtereisen

Immerhin 23 Prozent pilgerten in Reisebüros und zu Fremdenverkehrsstellen. "Das Reisebüro wird als nicht ersetzbarer Planungsassistent vor allem für Fernreisen, für neue, unbekannte Ziele, Spezialangebote und Städtereisen seine Position behaupten können", meinte Freizeitforscher Peter Zellmann. "Die Voraussetzung dafür muss freilich Kompetenz und Sachwissen der Counterkräfte sein."

Elf Prozent hatten bei der Urlaubsplanung im Web gesurft. "Das Internet hat für etwa ein Drittel der Österreicher seinen fixen Platz als Informationsmedium. Viel weniger als oft dargestellt wird dann aber auch online konkret gebucht", so Zellmann. Last Minute-Angebote werden eher für Kurzreisen in Anspruch genommen.

Wer nicht verreist, gab vor allem finanzielle Gründe an - fast jeder Zweite. 15 Prozent lehnten Verreisen "grundsätzlich" ab, 13 Prozent aus gesundheitlichen Gründen. Der Rest nannte private, familiäre oder berufliche Gründe. (apa)

Share if you care.