Mozart-Adaption im "Dschungel"

6. Februar 2006, 20:11
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Die belgische Gruppe "Pantalone" mit "Mozart(s) Unvollendet(e)r": Nicht gehaltenes Versprechen einer musikalischen Fantasiereise

Wien - Im Rahmen des Wiener Mozartjahres fand heute, Donnerstag, die österreichische Erstaufführung des Kinderstücks "Mozart(s) Unvollendet(e)" im Kindertheater Dschungel statt. Das belgische Ensemble "Pantalone" präsentierte diese 60-minütige Produktion mit hübschen programmatischen Überbau: "Theater zum Sehen, Fühlen und Hören". Allein das Ergebnis war mager: Mozart-Opern wenig kindergerecht bunt zusammen gewürfelt und zum Teil recht fad.

Happy End

Mit der "Figaro"-Ouvertüre und einer liebevoll gestalteten Multimediashow (Tomas Vandecasteele) begann dieser Kindernachmittag noch recht aufregend. Mittels historischen Bildern projiziert auf einen Gaze-Vorhang wurde die Geschichte der Show im Vorfeld einmal kurz erzählt. Mozart-Sohn geht auf Reisen, Mozart-Vater macht sich Sorgen, Mozart Sohn verliebt sich in Constanze - Happy End. Mehr ist dem konzeptionellen Duo, Bien Vanderstappen und Tomas Vandecasteele, nicht eingefallen.

Aus den Mozart-Opern "Zaide", "Entführung aus dem Serail", "Le nozze de Figaro" und "Cosi fan tutte" wurden entsprechende Musikteile ausgewählt und ohne Pause hintereinander abgespielt. Verbindende und notwendig erklärende Worte fehlten völlig. Die Folge: Die jungen Zusehen konnten der Geschichte auch bei konzentrierter Aufmerksamkeit kaum folgen. Auch die Regie von Darren Ross konnte mit der szenischen Handlung die vielen Fragezeichen nicht lösen, die über den Köpfen des Publikums schwebten. Ein pädagogisch sinnvollerer Zugang zum Thema wäre wünschenswert gewesen.

Szenisches Konzert

Lobenswert ist die Umsetzung mit einem Orchester von neun Musikern, die allesamt immer wieder in das Spiel mit einbezogen wurden. Schön auch, dass Dirigent Filip Bral sich zumindest bemühte, nicht in konventioneller Kitschinterpretation zu denken. Die drei Sänger (Anne Cambier, Sopran; Yves Saelens, Tenor und Jacques Does, Bass) präsentierten ihre Soli ordentlich, ließen aber besonders das Spiel mit ihren Figuren und untereinander sehr vermissen. So blieb der Eindruck eines szenisches Konzertes weit mehr in Erinnerung als die versprochene "Traumreise in die Fantasie". (Martin R. Niederauer/APA)

"Mozart(s) Unvollendet(e)"
im Dschungel:
Dirigent: Filip Bral,
Regie: Darren Ross;
Konzept: Bien Vanderstappen und Tomas Vandecasteele;
geeignet für Kinder ab 6 Jahren;
Täglich bis 5. Februar

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Dschungel
  • Artikelbild
    foto: dschungel/christian brachwitz
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