Hauptsache dunkle Augen

21. Juli 2006, 12:40
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Chanel-Chefvisagistin Heidi Morawetz über den Hang zu natürlicher Haut

Der Standard: Romantisch, Sixties, ungeschminkt oder viel Farbe - was wird neuer Frühjahrstrend?
Heidi Morawetz: Jede Frau hat eine eigene Persönlichkeit. Das muss jede für sich entscheiden. Frauen lassen sich nichts aufzwingen, nur weil das Models in der "Vogue" tragen. Ich kann nur sagen, es gibt einen großen Make-up-Trend, und der geht in Richtung "natürliche Haut". Die Zeit der dick geschminkten, heavy Make-up-Foundation ist vorbei.

Sie kreieren seit vielen Jahren sämtliche Farben der Chanel-Linie - was inspiriert Sie?
Morawetz: Ausstellungen, neue Technologien, Schmuck - ich schau' mir Karl Lagerfelds neue Stoffe für Haute Couture und Prêt-à-Porter an. Meine Ideen kommen flushartig - ich bin da begeisterungsfähig.

Ist es schwierig, eine Idee dann in ein Make-up Produkt umzusetzen?
Morawetz: Klar gibt's Dinge, die man gerne hätte und die dann einfach rein technisch nicht funktionieren. Ein glänzender Lippenstift, der die Lippen nicht austrocknet und zehn Stunden hält - das gibt's eben einfach nicht.

Wie oft wiederholen sich Trends und Farben in der Kosmetik?
Morawetz: Gewisse Farben, wie Rot, Braun oder Rosa, kommen von Zeit zu Zeit immer sehr stark in Mode. Aber mit ganz neuen Pigmenten und Effekten. Es ist wie in der Mode - viele Dinge waren schon da, werden aber auf ganz neue Art und Weise interpretiert.

Auf welches Make-up Utensil könnten Sie persönlich nicht verzichten?
Morawetz: Mein Favorit ist der schwarzen Kohlstift. Den verwende ich seit Jahren rund um die Augen. Lidstrich innen, außen und selbst noch an den oberen Wimpernwurzeln. Dunkel geschminkte Augen wirken einfach besser.
(gier/Der Standard/rondo/03/02/2006)

  • Heidi Morawetz
    foto: standard

    Heidi Morawetz

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