"Eine zauberhafte Nanny/Nanny McPhee": Erziehungsanstalt Kino

1. Februar 2006, 18:24
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Wenn in der Erziehung was schief läuft, muss eine Nanny ran - vor allem als Vermittlerin zwischen den Generationen

Dank des Bildungsmediums Fernsehen weiß jedes Kind: Eine Nanny muss ran, wenn bei der Erziehung etwas schief läuft. Es ist also nur konsequent, dass die im deutschen Sprachraum eher unbekannte Kinderbuchheldin Nurse Matilda, welche sich die Britin Christianna Brand einst ersann, nun unter der Berufsbezeichnung Nanny ins Kino kommt. Wohlgemerkt nicht als Super-, sondern als Eine zauberhafte Nanny/Nanny McPhee (Regie: Kirk Jones), die in einem aus den Fugen geratenen Bestatterhaushalt für Ordnung sorgt.

Vermittlerin zwischen den Generationen

Wo die Nanny auftaucht, geht es weniger um den Nachwuchs an sich, als um die Vermittlung zwischen den Generationen. In diesem Fall gibt Colin Firth den verwitweten Vater von sieben Kindern. Die schlagen u. a. deshalb so hartnäckig jedwede Betreuungsperson in die Flucht, weil Papa die Trauer über Mamas Tod mit seinen Kindern nicht zu teilen weiß.

Eines Abends, als die häusliche Situation zu eskalieren droht, steht eine mysteriöse Frau in Schwarz vor der Tür, die sich fortan um die Sozialisierung der wilden Bande kümmern will. Angereichert um Fantasyelemente und mit Slapstick-Anleihen – die bunten Torten fliegen tief – nimmt die Geschichte ihren kalkulierbaren Verlauf. Hauptdarstellerin Emma Thompson hat übrigens – zehn Jahre nach ihrer preisgekrönten Adaption von "Sense and Sensibility" – auch das Drehbuch zu diesem unangenehm routiniert anmutenden Kinderfilm verfasst. (irr, DER STANDARD, Ptrintausgabe vom 2.2.2006)

  • Bringt eine Bestatterfamilie wieder auf Vordermann: Emma Thompson als "Eine zauberhafte Nanny".
    foto: uip

    Bringt eine Bestatterfamilie wieder auf Vordermann: Emma Thompson als "Eine zauberhafte Nanny".

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