Bush-Rede und Realität: Starke Abweichungen

2. März 2006, 15:56
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Ein direkter Vergleich der Aussagen Präsident Bushs mit den militärischen und politischen Realitäten

Ein direkter Vergleich der Aussagen von Präsident George W. Bush mit den militärischen und politischen Realitäten ergibt teilweise starke Abweichungen. Einige Beispiele:

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Rede: "Wir sind im Irak in der Offensive und haben einen klaren Plan für einen Sieg ... Wir trainieren irakische Truppen, die immer mehr in der Lage sind, den Feind zu besiegen."

Realität: Wenn es einen klaren Plan gibt, so muss es sich um einen geheimen Plan handeln – die Amerikaner kommen immer mehr zur Überzeugung, dass sie von der Bush- Regierung irregeführt wurden. Das hoffnungsvolle Bild, das von Regierungsvertretern gemalt wird, steht in starkem Kontrast zu jener Realität, die die Amerikaner auf ihren Bildschirmen verfolgen können.

Was die Kompetenz der irakischen Truppen betrifft, sind selbst intime Kenner der Verhältnisse äußerst skeptisch: Der demokratische Senator Joseph Biden berichtet, er habe den vor Kurzem im Irak schwer verletzten ABC-Fernsehjournalisten Bob Woodruff vor seiner Abreise ausdrücklich davor gewarnt, dass es keineswegs sicher sei, sich innerhalb des Irak dem irakischen Militär anzuschließen.

Rede: "Amerika ist abhängig von Öl, das oft aus instabilen Teilen der Welt kommt. Daher schlage ich heute Abend eine ‚Advanced Energy Initiative‘ vor."

Realität: In seiner Rede zur Nation 2003 hatte Bush versprochen, 1,7 Milliarden Dollar in alternative Energiequellen und mit Wasserstoff betriebene Automobile zu investieren. 2005 verzeichneten große Ölfirmen astronomische Profite, über das Bush-Programm alternativer Energie hat sich der Mantel des Schweigens gesenkt.

Rede: (Zum Hurrikan "Katrina"): "Eine hoffnungsvolle Gesellschaft kommt ihren Mitbürgern in Zeiten des Leidens zur Hilfe und bleibt, bis sie wieder auf den Beinen stehen."

Realität: Nach fünf Monaten wurden von den 320.000 Ansuchen von Hausbesitzern an die Bundesregierung 100.000 abgelehnt, etwa die Hälfte der Geschäftsbesitzer wartet noch auf die Genehmigung ihrer Kredite. Vor kurzer Zeit wurde enthüllt, dass das Weiße Haus Tage vor "Katrina" eindringliche Warnungen ignoriert hatte.

Rede: "Unsere Regierung hat eine Verantwortung, Gesundheitsfürsorge für die Armen und die Älteren bereitzustellen und wir erfüllen diese Verantwortung."

Realität: Nancy Pelosi, Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, erwiderte, der Gesundheitsplan werde von jenen Leuten serviert, die ein verwirrendes, von den großen Pharmafirmen mit verfasstes Gesetz für rezeptpflichtige Medikamente geschaffen und die Privatisierung der Pensionsversicherung gefördert hätten. (sdr/DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2006)

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