AUA drängt weiter in den Osten

14. März 2006, 18:03
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Austrian-Vorstand Josef Burger will AUA-Chef werden. Sein Ziel ist es, die AUA weiter als Spezialist für Zentral- und Osteuropa zu positionieren

Wien – Würde die AUA zum Regional-Carrier oder als Zubringer für andere Airlines degradiert werden, würde der derzeit 60-prozentige Transferanteil bei den AUA-Passagieren auf zehn bis 15 Prozent einbrechen. Die AUA samt Mitarbeiterstab wäre halbiert, warnt AUA-Vorstand Josef Burger und nennt die Entwicklungen in Zürich und Brüssel als negatives Beispiel. Mit der Pleite von Swissair und Sabena brachen die Passagierzahlen massiv ein. "Die AUA ist mit 44 Zielen und 546 wöchentlichen Verbindungen nach Zentral- und Osteuropa die Nummer eins und mein Ziel bleibt, neue Märkte als Erster zu erschließen, vor allem im Regionengeschäft nach Osteuropa und Nahost."

Beginnend mit dem Sommerflugplan startet die AUA als erste Fluglinie ins ungarische Pecs und nach Iasi (Rumänien an der moldawischen Grenze). In der Ukraine wird neben Kiew, Kharkiv, Lemberg, Odessa, Dnepropetrovsk nun neu Donetsk und in Russland Jekaterinburg (im Ural) angeflogen. Burgers Ziel: "Wir wollen in Ost- wie in Westeuropa nicht nur die Großstädte, sondern auch wirtschaftlich bedeutende Regionen an unser Netz anbinden, weil die ein höheres Wachstum bieten." Geografisch endet der Osten für die AUA "auch nicht hinter dem Ural".

Im Nahen Osten wird Erbil im Nordirak ab März zweimal wöchentlich angeboten. Weil der Verkehr von Israel nach Osteuropa wieder "stark zu wachsen beginnt", erhöht die AUA in Abstimmung mit der israelischen El Al ihr Tel- Aviv-Angebot auf zweimal täglich, statt zehn gibt es 14 wöchentliche Verbindungen. Im Sommer 2007 werde auch in Israel das "Rote Meer wieder Thema sein", zumal die TUI den Verkehr aus Deutschland aufbaut. Burgers Erfah 4. Spalte rung: Der Badetourismus folgt immer dem Pilgertourismus.

Burger, der sich auch als Nachfolger von AUA-Chef Vagn Sörensen bewirbt, hat für den Fall seiner Bestellung bereits Vorstellungen, wie es mit der AUA weitergehen soll: Die Fortsetzung der Spezialisierung, Ausbau des automatisierten Reisens mit Onlinevertrieb und elektronischen Tickets, nachhaltige Stärkung der Marke AUA als Qualitäts- Carrier und eine baldige Flottenvereinheitlichung sowohl auf der Kurzstrecke als auch auf der Mittel- und Langstrecke. Im Unternehmen baut er auf ein "offenes Miteinander". All das seien Voraussetzungen um das wesentliche Ziel, eine Ergebnisverbesserung, zu erreichen. Eine mögliche Partnerwahl sei zwar Sache der Eigentümer, denen gelte es alle Varianten offen zu halten, er persönlich glaube, dass "die AUA großes Potenzial zur Eigenständigkeit hat". (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.2.2006)

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